Pressemitteilung   |   28.04.2017

1. Mai: Tag der (unsichtbaren) Arbeit +++ Interviewmöglichkeiten

1. Mai: Tag der (unsichtbaren) Arbeit | Interview-Möglichkeit mit Care Revolution Leipzig und dem Konzeptwerk Neue Ökonomien

Der 1. Mai gilt als der Tag der Arbeit. Doch um welche Arbeit geht es dabei? Häusliche Arbeit ist einer der größten Arbeitsbereiche der Weltwirtschaft und 83 Prozent dieser Arbeit wird von Frauen geleistet. Die Arbeitenden genießen weniger Schutzrechte als in den meisten anderen Wirtschaftsbereichen und häufig sind diese Tätigkeiten unbezahlt. Um auf diese Umstände aufmerksam zu machen, sprechen die Gruppe Care Revolution Leipzig und das Konzeptwerk Neue Ökonomie vom „Tag der unsichtbaren Arbeit“.

Jan Neersö, Mitglied bei Care Revolution Leipzig, fragt: „Ist es gerecht, dass Menschen, die ihr Leben lang Andere pflegen, sich im Alter selbst kaum gute Pflege leisten können? Sogar bei Tariflöhnen werden sie später oft auf Sozialhilfe angewiesen sein, wenn sie einmal selbst Pflege brauchen.“

Andrea Vetter vom Konzeptwerk Neue Ökonomie ergänzt: „Sorge-Arbeit, wie das Kümmern um kleine oder alte Menschen, Kochen oder Reparieren ist die Grundlage einer jeden Wirtschaft. Ohne diese Tätigkeiten ist weder ein gutes Leben möglich, noch die Produktion von Industriegütern. Daher müssen Sorge-Arbeiten im Zentrum der Wirtschaftspolitik stehen.“

Annelie Meier, ebenfalls aktiv bei Care Revolution Leipzig, stellt fest: „Die Lücke im Gesundheitssystem wird nach wie vor von gesellschaftlich benachteiligten Gruppen gefüllt. Das sind in erster Linie Frauen, Migrant*innen oder Menschen ohne Papiere.“

Das Netzwerk Care Revolution setzt sich dafür ein, Sorge-Arbeiten und diejenigen, die sie erhalten und ausführen, sichtbar zu machen. Im Netzwerk sind über 80 Gruppen und Einzelpersonen organisiert. Das Konzeptwerk Neue Ökonomie ist eine unabhängige und gemeinnützige Organisation,welche sich für eine soziale, ökologische und demokratische Wirtschaft und Gesellschaft einsetzt. Die beiden Organisationen streiten gemeinsam für mehr Anerkennung der unsichtbar gemachten Arbeit. Sie betonen, dass Sorge-Arbeiten sich nicht zugunsten von Gewinnerwartungen optimieren lassen: Sie folgen ihrer eigenen Logik – für sie sind Achtsamkeit, Geduld und Zeit wichtig.

 

Kontakt

Andrea Vetter, Konzeptwerk Neue Ökonomie
a.vetter@knoe.org

Jan Neersö und Annelie Meier, Care Revolution Leipzig
jn@pflegegruppe.info
anneliemeier@posteo.de

 

Konferenz Unser aktuelles Projekt zum Thema „Care“

Vom 17. – 19. November 2017 veranstaltet das Konzeptwerk Neue Ökonomie die Konferenz „Care & Postwachstum“.

Mehr Informationen:
https://www.konzeptwerk-neue-oekonomie.org/projekte/care/

Pressekontakt

Christopher Laumanns

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