Pressemitteilung   |   20.11.2017

„Gesundheit umfassend verstehen“ +++ 200 Teilnehmende bei Konferenz zu Sorge-Arbeit und Wirtschaft ohne Wachstum

Leipzig – Am Ende war ein Lied. Um ihrer Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege Ausdruck zu verleihen, haben Teilnehmende der Konferenz „Für den Wandel sorgen“ am Sonntag eine umgedichtete Version des Popsongs „Umbrella“ von Rihanna aufgeführt. Mit der Aktion ging die dreitägige Veranstaltung zu Ende, an der 200 Menschen aus ganz Deutschland teilgenommen hatten, darunter 21 Kinder.

Begonnen hatte die Veranstaltung ebenfalls künstlerisch: Das Theaterstück „supramater“ des Theaterkollektivs „wilde pferde“ beschäftigte sich satirisch mit den widersprüchlichen gesellschaftlichen Ansprüchen an Mütter. Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Frage, wie Sorge-Arbeit gerecht verteilt und angemessen ausgeführt werden kann. Dafür ist ein umfassender gesellschaftlicher Wandel notwendig, hin zu einer Wirtschaft, die nicht an Wirtschaftswachstum und Profit orientiert ist, sondern an den Bedürfnissen aller Menschen. Austausch und Vernetzung zwischen Menschen, die in verschiedenen Sorge-Bereichen tätig sind, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung: dabei kamen migrantische Hausarbeiterinnen ebenso zu Wort wie Eltern, Sexarbeiterinnen, Menschen mit Behinderung oder Pflegekräfte. Alternativen zu den bestehenden Strukturen waren Gegenstand vieler Diskussionen.

Ein Beispiel für eine solche Alternative ist die Initiative „Stadtteilgesundheitszentrum Leipzig“: „Wir wollen in Leipzig ein Zentrum schaffen, in dem Gesundheit umfassend verstanden wird. Einen Ort, wo Menschen medizinische Untersuchungen bekommen können, aber wo es beispielsweise auch eine Anwältin gibt, um sich gegen Unrecht am Arbeitsplatz zu wehren. Denn die meisten Menschen werden krank, weil sie von ungerechten Verhältnissen gestresst sind. Deshalb wollen wir Räume zur gemeinsamen Selbsthilfe schaffen,“ so Laura Bein von der Initiative.

Lucas Ziemer, für die „Kritischen Mediziner*innen“ aus Bonn angereist, sieht die Konferenz selbst als Vorbild für gute Sorge-Arbeit: „Es war schön zu sehen, dass bei dieser Konferenz Inhalt und Form zusammenpassten: Es ging ja darum, sich mit Sorge-Arbeit kritisch auseinanderzusetzen und über Alternativen nachzudenken. Die konnte man hier schon sehen: Es gab eine Kinderbetreuung mit eigenem Programm und vielen Betreuungspersonen; Verpflegung und Teilnahmebeitrag waren auf Spendenbasis – damit alle Menschen teilnehmen konnten – und für das leibliche Wohl sorgte ARKitchen, eine selbstorganisierte Gruppe von geflüchteten Menschen.“

„Für den Wandel sorgen“ fand in der Nachbarschaftsschule Leipzig-Lindenau statt und wurde vom „Konzeptwerk Neue Ökonomie“ sowie der Leipziger Regionalgruppe des „Netzwerk Care Revolution“ organisiert. Die Regionalgruppe ist offen für neue Mitglieder, sie trifft sich jeden dritten Mittwoch im Monat um 17 Uhr in der Georg-Schwarz-Straße 19.

 

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Andrea Vetter, Konzeptwerk Neue Ökonomie
0173 1579802
a.vetter@knoe.org

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Programm der Konferenz: degrowth.info/de/projekte/mitmachkonferenz-fuer-den-wandel-sorgen/programm/

Über das Konzeptwerk Neue Ökonomie

Das Konzeptwerk setzt sich für eine soziale, ökologische und demokratische Wirtschaft und Gesellschaft ein. Es eröffnet Bildungs- und Austauschräume rund um Themen des sozial-ökologischen Wandels und will zeigen, dass alternative Wirtschaftsformen schon heute existieren und als Anknüpfungspunkte für diesen Wandel dienen. Durch die Kooperation mit wachstumskritischen Initiativen und sozialen Bewegungen für globale Gerechtigkeit will das Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. eine Veränderung von unten bestärken.

 

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