Pressemitteilung   |   27.09.2017

Selbstbestimmt & Solidarisch! Konferenz zu Migration, Entwicklung und ökologischer Krise – Interviewmöglichkeiten

Hiermit möchten wir Sie zur Konferenz „Selbstbestimmt & Solidarisch! Konferenz zu Migration, Entwicklung und ökologischer Krise“ vom 6.-8. Oktober in Leipzig einladen.

Die Konferenz

– verknüpft die Diskussionen um Migration, Entwicklung und ökologische Krise
– wird gemeinsam mit Geflüchteten organisiert
– bringt Aktivist*innen aus unterschiedlichen Bewegungen zusammen: Bewegungsfreiheit, Antirassismus, Landwirtschaft, Degrowth, Klimagerechtigkeit
– bietet Raum für Diskussionen, Workshops & Austausch für 350 Teilnehmende

Mehr zur Konferenz

Die Themen Migration, Entwicklung und ökologische Krisen sind eng miteinander verwoben. Die politischen Diskussionen hierzu sind es aber bislang nicht. Das soll diese Konferenz ändern. Sie hinterfragt die gängige Argumentation, wonach die richtige Strategie darin besteht, mit Hilfe von Privatinvestitionen Wachstumsimpulse zu setzen und so Arbeitsplätze zu schaffen – um auf diese Weise langfristig die Zahl neu ankommender Geflüchteter zu reduzieren. Thematisiert wird, inwiefern das Wachstums- und Wohlstandsmodell der früh industrialisierten Länder des globalen Nordens globaler Gerechtigkeit und selbstbestimmter Entwicklung im globalen Süden entgegen steht – nicht zuletzt angesichts von extremer Ungleichheit und ökologischer Zerstörung.

Wie kann dagegen eine tatsächliche selbstbestimmte Entwicklung in den Ländern des globalen Südens aussehen? Welche Rolle spielt Bewegungsfreiheit hierfür? Wo liegen die Ursachen ökologischer und sozialer Krisen – und wie sehen Alternativen aus?

Selbstbestimmt und solidarisch

Die Konferenz steht unter dem Titel „selbstbestimmt und solidarisch“. Einerseits, um der Haltung zu widersprechen, die Entwicklung nur als Kopie des westlichen Modernisierungspfads begreift. Andererseits, um deutlich zu machen, dass globale Solidarität Voraussetzung für in der Gemeinschaft verankerte und an den wirklichen Interessen der Menschen orientierte Entwicklungsprozesse ist.

Organisatoren der Konferenz
afrique-europe interact
corasol
glokal e.V.
Konzeptwerk Neue Ökonomie

Medienpartner der Konferenz
Le Monde Diplomatique – Deutsche Ausgabe
MiGAZIN – Das Fachmagazin für Migration und Integration in Deutschland
iz3w – nord-südpolitische Zeitschrift
Greenpeace Magazin
enorm Magazin

Ort, Zeit, Programm

Westbad Leipzig, Odermannstr. 15, 04177 Leipzig statt.
Fr, 6.10. 16 Uhr – So, 8.10. 13:00 Uhr
Mehr zum Programm, Hintergründe und praktische Informationen unter https://www.degrowth.info/de/selbstbestimmt-solidarisch

Interviewpartner*innen können wir Ihnen zu folgenden Themen vermitteln:

Aufbau eines „Alarmphone“ für die Wüste durch Vertreter*innen der malischen Zivilgesellschaft, um Migrant*innen zu unterstützen, die in Not geraten sind
Auswirkungen von internationaler Handelsabkommen zwischen Afrika & Europa
Frauen & Migration; Kämpfe von Frauen für eine selbstbestimmte Entwicklung
Kolonialismus & Neokolonialismus in Afrika / historische Perspektive & aktuelle Situation
zur Rolle sozialer Bewegungen in Afrika
Stress als Grundzustand von Geflüchteten
Zirkuläre Migration als Entwicklungsstrategie
Zusammenhang von Migration & Klimawandel
Rolle der Agrarindustrie in Afrika & die Chancen kleinbäuerlicher Landwirtschaft
Zusammenhang zwischen Migration & Wachstumskritik/Degrowth
Erfahrungen von Geflüchteten
Selbstorganisierung von Geflüchteten in Deutschland (Gründung einer eigenen Zeitschrift, Gespräch mit den Macher*innen der „NoStressTour“)
Kritik an der Kriminalisierung von Migration

Weitere Themen finden Sie im Programm der Konferenz. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir vermitteln Ihnen gern den Kontakt zu den Interviewpartner*innen.

Öffentlichkeitsarbeit „Selbstbestimmt & solidarisch!“
presse@knoe.org

Als Interviewpartner stehen für Sie im Vorfeld und auf der Konferenz unter anderem bereit:

Boniface Mabanza
stammt aus der DR Kongo und ist Literaturwissenschaftler, Philosoph und Theologe. Er arbeitet bei der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) in Heidelberg. Bekannt ist Mabanza unter anderem durch seine radikale Kritik an der europäischen Handelspolitik (EPAs).

Viktor Nzuzi
lebt in der DR Kongo und ist unter anderen im Rahmen von Kleinbauern- und Landloseninitiativen wie La Via Campesina aktiv, in der Initiative gegen die Verschuldungskrise und im Netzwerk afrique-europe-interact. Als Menschenrechtsaktivist kämpft Nzuzi gegen Landgrabbing und Korruption.

Mercia Andrews
ist Direktorin der Organisation Trust for community outreach and education (TCOE) und setzt sich für die Rechte von Farmarbeiter*innen in Südafrika ein. Zu Andrews‘ Arbeitsschwerpunkten gehören: Landrechte, Gesundheit und dabei insbesondere die Perspektive von Frauen.

Emmanuel Mbolela
musste die Demokratische Republik Kongo 2002 nach kurzer Haft aus politischen Gründen verlassen. Er lebte vier Jahre in Marokko, bevor er 2008 in die Niederlande ausreisen konnte. 2015 veröffentlichte er das Buch „Mein Weg vom Kongo nach Europa. Zwischen Widerstand, Flucht und Exil”.

Carina Flores
kommt ursprünglich aus Argentinien. Flores ist seit 2004 in Deutschland, arbeitet als Projektkoordinatorin beim Entwicklungspolischen Netzwerk Sachsen e.V im Projekt Migrantische Sichtweise und als Referentin für politische Bildungsarbeit & Globales Lernen. Flores setzt sich für gesellschaftliche Partizipation und Teilhabe von Migrant*innen im Bildungssektor und in Entscheidungsprozessen ein.
Sprachen: Deutsch, Spanisch & Englisch.

Géraud Potago
ist Aktivist bei Afrique Europe Interact und Initiator der NoStressTour. Mit dieser wurden Geflüchtete mit niedrigschwelligen Angeboten wie Sport, Musik und Kinderprogramm erreicht, um sie damit aus ihrem Grundzustand des Stress‘ zu holen. Potago flüchtete aus Kamerun und ist seit 2014 in Deutschland.
Sprachen: Französisch und Deutsch

Dora Sandrine Ndedi
kommt aus Kamerun, ist Informatikstudentin und Aktivistin u.a. bei Corasol. Sie gründete die „Stimme“, ein Magazin für und von Frauen über die Herausforderungen, Barrieren und Möglichkeiten für Frauen, sich zu integrieren.
Sprachen: Französisch und Deutsch

Nyima Jadama
kommt aus Gambia und ist Journalistin, Politikwissenschaftsstudentin und Aktivistin für die Rechte von Frauen. Jadama engagiert sich in lokalen Geflüchteten-Initiativen. Auf der Konferenz spricht sie als Referentin auf dem Podium „Kämpfe von Frauen für selbstbestimmte Entwicklung“ und organisiert den Workshop „Stress als Grundzustand. Geflüchtete zwischen Isolation, Rassismus und Abschiebeangst“.
Sprachen: Englisch und Deutsch

 

Für Interviews sprechen Sie uns gern an, damit wir den Kontakt herstellen.

 

Organisatoren der Konferenz

 

Afrique-Europe-Interact

Afrique-Europe-Interact ist ein kleines, transnational organisiertes Netzwerk. Beteiligt sind Basisaktivist_innen vor allem in Mali, Togo, Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Das Netzwerk unterstützt in seiner Arbeit einerseits Flüchtlinge und Migrant_innen in ihren Kämpfen um Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte. Andererseits beteiligt es sich an sozialen Auseinandersetzungen um gerechte bzw. selbstbestimmte Entwicklung. Es beteiligt sich mit Aktionen gegen die Militarisierung der EU-Außengrenzen oder Landgrabbing und unterstützt auf unterschiedliche Weise selbstorganisierte Proteste von Flüchtlingen und Migrant_innen in Europa.

Konzeptwerk Neue Ökonomie

Das Konzeptwerk ist ein basisdemokratisches und selbstverwaltetes Kollektiv in Leipzig. Es setzt sich als unabhängige und gemeinnützige Organisation für eine soziale, ökologische und demokratische Wirtschaft und Gesellschaft ein. Und zwar aus der Überzeugung heraus, dass wirtschaftliche Tätigkeiten darauf ausgerichtet sein sollten, ein gutes und gleichberechtigtes Leben für alle zu ermöglichen und dabei die ökologischen Grenzen des Planeten zu respektieren. Die Aktivitäten des Konzeptwerks sind die Vernetzung von Akteur_innen, Bildungsarbeit und die Zusammenarbeit mit und Unterstützung von sozialen Bewegungen, vor allem im Bereich alternatives Wirtschaften, Wachstumskritik, Degrowth und Klimagerechtigkeit.

glokal

glokal e.V. ist ein Berliner Verein für machtkritische Bildungsarbeit und Beratung, der seit 2006 in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig ist. Die Mitglieder möchten für globale und innergesellschaftliche Machtverhältnisse sensibilisieren. Diese verstehen sie als geprägt von u.a. kolonialer Geschichte und fortdauernden rassistischen Strukturen. glokal bietet unter anderem Seminare und Prozessbegleitungen für entwicklungspolitische Organisationen an, die ihre Arbeit in postkolonialer Hinsicht überprüfen und verändern wollen. Weiterhin stellt glokal Print- und Online-Ressourcen für die politische Praxis zur Verfügung (z.B. die Materialplattform www.mangoes-and-bullets.org).

Corasol

ist eine Gruppe von Menschen mit und ohne Aufenthaltsstatus, mit und ohne Flucht-/ Migrationserfahrung, die in Berlin und Brandenburg durch strukturell-politische Arbeit und gegenseitige Unterstützung versuchen, gegen Rassismen und weiße Dominanz in der Gesellschaft anzukämpfen. Corasol hat einen Antira-Einkauf in Henningsdorf veranstaltet, organisiert die monatliche Friedel-Vokü mit Informationsveranstaltungen zu Antira-Themen und macht kleine öffentliche Aktionen. Corasol kooperiert mit unterschiedlichen antirassistischen Gruppen in Berlin und Brandenburg.

Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen

Das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen (ENS) ist ein Zusammenschluss von Vereinen, Gruppen und Initiativen, die sich für zukunftsfähige Entwicklung und weltweite Gerechtigkeit einsetzen. Gegründet hat sich der Verein 1995 und ist heute eine Plattform entwicklungspolitischer und interkultureller Initiativen in Sachsen. Die Akteure des ENS wollen sich auf den Weg machen hin zu einer gerechten, friedlichen und umweltbewahrenden Weltgesellschaft, die allen ein lebenswertes Dasein ermöglicht. Diese Ziele verfolgen sie durch Lobbyarbeit, Förderung der Zusammenarbeit regionaler, überregionaler und internationaler Organisationen, Beratung sowie Informations- und Fortbildungsangebote und Vermittlung entwicklungspolitischer Themen.

NoStressTeam

Stress ist für viele Geflüchtete eine Art Grundzustand. Vor diesem Hintergrund hat eine Gruppe Geflüchteter in Berlin und Brandenburg – darunter mehrere Aktivist_innen von Afrique-Europe-Interact – zwischen Juni und September 2016 in vier Flüchtlingslagern in Berlin und Bielefeld die NoStress-Tour durchgeführt. Ziel war es, mit niedrigschwelligen Angeboten wie Sport, Musik und Kinderprogramm die Lagerbewohner_innen aus ihrem Stress zu holen, dies jedoch in einem zweiten Schritt mit einer ausdrücklichen Empowerment-Perspektive zu verbinden. Zudem sollten mittels der NoStress-Tour Kontakte zu Nachbar_innen und Willkommensinitiativen aufgebaut werden.

Pressekontakt

Christopher Laumanns

0341 – 39281686
01577 – 3395845
presse@knoe.org