Dienstage und Donnerstage für Dörfer

Online-Veranstaltungsreihe

vom 07. – 30. April 2020

 

Gemeinsam mit dem überregionalen Bündnis Alle Dörfer bleiben! wollten wir im Zeitraum vom 18. bis 21. Juni die „Konferenz der Dörfer“ organisieren, um einen Austauschraum für Widerstand, gerechte Transformationsperspektiven und Visionen für die Zukunft geretteter Dörfer zu schaffen. Durch die aktuelle Situation (Covid19) wird die Konferenz leider nicht stattfinden.

Stattdessen möchten wir euch herzlich einladen, an diesem Online-Alternativprogramm teilzunehmen. Mit dieser Veranstaltungsreihe möchten wir ab sofort Teile des spannenden Dörferkonferenz-Programms nach Hause holen. Das Format ist für die meisten von uns sehr neu – sollte es  zu kleineren technischen Problemen kommen, bitten wir euch um Verständnis.

Hintergründe

Der Kohleausstieg in Deutschland ist auf das Jahr 2038 beschlossen. Mit diesem Ausstiegsdatum und dem von der Bundesregierung vorgelegten Klimapaket, wird klar, dass ein deutscher Beitrag zur Einhaltung der 1,5 Grad-Grenze des Pariser Klimavertrags nicht eingehalten werden wird und die Regierung entschlossenes klimapolitisches Handeln verweigert.

Für einige Dörfer, wie Proschim oder Pödelwitz, scheint es absehbare Planungssicherheit zu geben. Für acht andere Dörfer in NRW und zwei weitere in Sachsen steht die Zukunft weiterhin auf der Kippe.

Betroffene aus allen Braunkohlerevieren Deutschlands haben sich bereits 2018 im überregionalen Bündnis „Alle Dörfer bleiben!“ zusammengeschlossen und stellen gemeinsam Forderungen an die Regierung, die globale und lokale Gerechtigkeitsperspektiven verknüpfen. Auch nach dem gemeinsamen Kampf um den Erhalt der Dörfer braucht es soziale, ökologische und demokratische Konzepte für die Regionen. Diese müssen einen echten Mitbestimmungsprozess der Bevölkerung beinhalten. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass die von der Regierung vorgelegten Konzepte dafür in sozialer oder ökologische Hinsicht überzeugen werden. Auch wird der Einfluss der Kohleunternehmen über einen Kohleausstieg hinaus in den Regionen nicht schwinden. Es braucht sozial-gerechte Konzepte die transformativen Charakter haben und ein gemeinsames Vorgehen diese durchzusetzen.

Strukturwandel bringt Veränderung und Bewegung in die Regionen. Das bietet Potenzial und Spielräume politisch zu intervenieren und den Strukturwandel im Sinne einer sozial-ökologischen Transformation zu gestalten. Dabei sind Foren für Selbstorganisierung zentral, um Ideen zu entwickeln, wie die Gesellschaft aussehen soll, in der wir leben möchten.

Aufzeichnung vom 16.4.

Rebekka Popp von E3G – Third Generation Environmentalism spricht über das geplante “Strukturstärkungsgesetz” für die Kohleländer & Ansatzpunkte für lokale Initiativen, die Verteilung der Gelder in Richtung sozial-ökologischer Projekte zu beeinflussen.

Aufzeichnung vom 23.4.

Markus und Philipp von Aufbruch Ost graben die Geschichte des Strukturbruchs in der Lausitz in den Treuhand-Jahren nach der Wende aus und ziehen Verbindungen zu den heutigen Widerständen gegen einen Kohleausstieg in der Region.

Die ganze Reihe

  • Dienstag | 07.04.20 | 19 Uhr
    Zivil und ungehorsam für Klimagerechtigkeit? – mit dem Kipppunkt Kollektiv
  • Donnerstag | 09.04.20 | 19 Uhr
    Alle Dörfer bleiben! Von Widerstand und aktuellen Kämpfen aus dem Rheinischen Braunkohlerevier – mit Marita Dresen, Norbert Winzen & Christopher Laumanns
  • Dienstag | 14.04.20 | 19 Uhr
    Organizing für Strukturwandel und Kohleausstieg: Ein Webworkshop für neue Handlungsfähigkeit – mit Rico Rokitte
  • Donnerstag | 16.04.20 | 18 Uhr (ACHTUNG: 1 Stunde früher als sonst)
    Das geplante Strukturstärkungsgesetz: Was bedeutet es für die Kohleviere? Welche Möglichkeiten gibt es für Menschen vor Ort, Fördergelder für einen gerechten Strukturwandel zu nutzen? – mit Rebekka Popp (E3G)
  • Dienstag | 21.04.20 | 17-20 Uhr (Anmeldung erforderlich!)
    Stressbewältigung im Alltag. Individuelle Resilienzstrategien in der Praxis – mit Sara-Ann Lampmann und Philipp Baum
  • Donnerstag | 23.04.20 | 19 Uhr
    Nach der Wende ist vor der Wende. Die Geschichte des Strukturwandels der Lausitz in den 90er Jahren – mit Markus und Philipp (Aufbruch Ost)
  • Dienstag | 28.04.20 | 19 Uhr
    Ein Klimaplan von Unten für die Reviere? – mit Gerechte1komma5
  • Donnerstag | 30.04.20 | 19 Uhr
    Ökologie in der Neuen Rechten – mit Klara Kauhausen, Yannick Passeick (FARN)

Die Reihe „Dienstage & Donnerstage für Dörfer“ wird unterstützt von:

Dieses Projekt wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union realisiert. Für den Inhalt des Projekts sind ausschließlich das Konzeptwerk Neue Ökonomie und Alle Dörfer bleiben verantwortlich und es gibt nicht die Position der Europäischen Union wieder.