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Digitalisierung

16. September 2026 / Parwaneh Mirassan

DIY, Second hand und mit viel Glitzer

So sieht die aktuelle Rebellion gegen AI aus

K.I.s hacken sich gegenseitig, manipulieren Wahlkämpfe und Datencenter verbrauchen sauberes Trinkwasser. Während Tech Billionäre noch das Narrativ propagieren Künstliche Intelligenz wäre eine natürlich gegebene menschliche Entwicklung, prophezeien Finanzexpert:innen schon das Platzen der K.I. Bubble. Dass Künstliche Intelligenz in der Bevölkerung mehrheitlich unbeliebt ist, sollte nicht überraschen.

Digitale Gegenbewegungen gibt es schon so lange wie das Internet. Dessen Vielfältigkeit bestand vor allem im Lösungsvorschlag. Während die einen eine radikal andere Gesellschaftsform und eine ökologische Technikgestaltung anstreben, geht es anderen eher um eine effiziente und zukunftsfähige Digitalpolitik. Ähnlich wie die Mächtigsten aus dem Silicon Valley waren auch die Gegenbewegungen bis jetzt häufig männlich dominiert.

Technische Entwicklungen schaden Frauen leider besonders, Meta classes und deep fakes bringen Sexualisierung in die digitale Welt. Dagegen wehren sich nicht nur feministische Aktivist:innen. Die sogenannten „Tech Girlies“wollen sich das technische und digitale Feld selbst aneignen. Sie sind offline, bauen und kodieren ihre Cyberdecks selbst, teilen Ressourcen mit der Community und scheren sich nicht um Minimalismus. Im Gegenteil, je süßer desto besser! Sie träumen sich außerdem in eine Welt zurück in der die Welt noch technik-optimistisch war und lassen sich vom nostalgischen Look der 00er Jahre inspirieren. Sie bauen E-Reader in Handtaschen, Kameras in Haarklammern und MP3 Player in Kinderspielzeug. Technik wird so selbstbestimmt und greifbar statt einschüchternd und risikobehaftet. Die Decks sollen außerdem entschleunigen. Ein Gerät für eine Tätigkeit, das überall funktioniert auch ohne Cloud und Wifi, statt ein Gerät mit tausend Funktionen und tausend Ablenkungen, das ständig in Verbindung ist mit der Außenwelt und nur funktioniert wenn es deine Daten klauen darf.

Die „Tech-Girlies“ sind nicht die ersten Feminist:innen, die sich rebellisch und gleichzeitig kulturprägend Raum im technisch-digitalen Feld nehmen. Aber sie bedienen eine Ästhetik an die Frauen und Queers der neuen Generation anknüpfen können um Alternativen auszuprobieren, Netzwerke zu bilden und Freiräume zu schaffen.