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Lernen, sorgen und handeln in postmigrantischen Allianzen

Gemeinsam_ Gerecht_ Global_

Einsichten in die Care-Schwerpunkte des Kooperationsprojektes

Der Sammelband stellt erstmals die vielseitig aufgestellten Care-Initiativen aus Wissenschaft, Praxis und politischem Aktivismus im deutschsprachigem Raum vor.
Sie stehen für eine breite Suchbewegung, die im Angesicht weltweiter multipler Krisen danach fragt, welche Pfade wir einschlagen müssen, um die massive Abwertung und Ausbeutung der (über-) lebensnotwendigen Care-Arbeit ebenso wie von natürlichen Ressourcen strukturell zu überwinden: Es geht im Kern um eine care-zentrierte Neuausrichtung der Wirtschaft, welche das Fundament einer gelingenden sozial-ökologischen Transformation darstellt.

Wir haben den Beitrag „Gemeinsam. Gerecht. Global. Lernen, sorgen und handeln in postmigrantischen Allianzen: Einsichten in die Care-Schwerpunkte des Kooperationsprojektes“ auf Seite 239 geschrieben.

Who shut shit down?

Was Degrowth von Bewegungen lernen kann

Was Degrowth von sozial-ökologischen Bewegungen lernen kann.

Über das Buch:

Degrowth & Strategy: How to bring about social-ecological transformation

Wie kann eine sozial-ökologischen Transformation aussehen, die Wirtschaftswachstum überwindet? Was sind Strategien des Systemwandels – und welche Akteure und Allianzen braucht es? Dazu haben sich über 50 Autor*innen der internationalen Degrowth-Community Gedanken gemacht. Hier zeigen sie, wie Menschen sich zielführend mit Strategien in vielen Bereichen und Sektoren auseinander setzen können und dabei die Pluralität wahren. Auch schwierige Fragen zu Prioritäten und strategischer Koordination werden nicht gescheut.

Das gesamte Buch ist als PDF kostenlos über den Open-Access-Verlag MayFly erhältlich und kann über viele Online-Buchhändler gekauft werden.

Das Konzeptwerk ist mit zwei Beiträgen vertreten: Kapitel 6 „Who shut shit down? – What degrowth can learn from other social–ecological movements“ (Was kann Degrowth von anderen sozialen Bewegungen lernen?) von Corinna Burkhart, Nina Treu, Tonny Nowshin und Matthias Schmelzer sowie Kapitel 13 „Digital Technologies – Overview & Case: Low-tech Magazine and Decidim“ (Zum Umgang mit digitalen Technologien anhand von Fallbeispielen) von Nicolas Guenot und Andrea Vetter.

Mit einem Green New Deal über den Kapitalismus hinaus?

Den Absprung finden

In: Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, 51. Jahrgang

»Radikale« Vorschläge für einen Green New Deal (GND) versuchen, das große Mobilisierungspotenzial der Idee für eine tiefergehende sozialökologische Transformation zu nutzen. Sie bleiben jedoch vage in Bezug auf die Frage, wie und wo sich der Entwicklungspfad eines solchen transformativen GND von einem re-sozialdemokratisierten »grünen« Kapitalismus lösen soll.

Dieser Beitrag schlägt vor, einen radikalisierten GND als möglichen Transformationsbaustein innerhalb einer an E.O. Wright angelehnten dreiteiligen Transformationsstrategie zu verstehen, die »symbiotische« Reformmaßnahmen im Zusammenspiel mit der Erweiterung von nichtkapitalistischen Freiräumen anvisiert. Beide würden durch die Organisierung von Gegenmacht auf einer erweiterten sozialen Basis wirksam, die über gezielte Eigentumskämpfe letztlich auch eine postkapitalistische Transformation ermöglichen könnte.

Im Kollektiv zählen alle gleich,

aber ›gleich‹ sein ist auch Arbeit.

Erfahrungen im Umgang mit Klassismus in einem Kollektiv politischer Bildungs- und Projektarbeit.

Unser Beitrag im Buch „Solidarisch gegen Klassismus – organisieren, intervenieren, umverteilen“, herausgegeben von Francis Seeck, Brigitte Theißl, ab Seite 117.

Die Grundidee eines Kollektivs ist, dass darin alle gleich viel mitbestimmen können, alle die gleichen Rechte haben – alle gleich viel zählen. Was aber, wenn nie alle die gleichen Voraussetzungen haben, um beim selbstorganisierten, basisdemokratischen Zusammenarbeiten gut zurechtzukommen und die eigene Rolle zu finden? Wenn ein Kollektiv seinen Anspruch ernst nimmt, dann bedeutet das, Unterschiede wahrzunehmen und anzuerkennen, dass Menschen verschieden privilegiert sind und diskriminiert werden – Klassismus ist dabei eine von vielen Diskriminierungsformen. Dann geht es darum, einen solidarischen Umgang damit einzuüben. Klingt einleuchtend, ist in der Praxis herausfordernd, aber es führt kein Weg daran vorbei.

In dem Artikel erzählen Charlotte und Nadine davon, wie wir im Konzeptwerk versuchen, zusammen solidarisch und sensibel mit Klassismus umzugehen.
Darin geht es einerseits darum, wie herausfordernd es für Menschen war – oder ist –, das Thema Klassismus anzusprechen, die aus Arbeiterinnenhaushalten kommen und/oder im Kontext von Klassismus diskriminiert werden. Ein scheinbar lockeres Gespräch über Politik beim Mittagessen ist für manche selbstverständlich – für andere Stress, für manche etwas, das sie von klein auf gewohnt sind – für andere verunsichernd und nie Teil ihrer Welt gewesen. Obwohl auch die Arbeiterinnenkinder im Konzeptwerk alle studiert haben, gibt es trotzdem diesen Unterschied. Und er hat viele Facetten: Wer kann den eigenen Eltern eigentlich erklären, was wir im Konzeptwerk machen? Wer fragt sich wie oft, ob die eigene Arbeit eigentlich gut genug ist? Wer liest nach Feierabend noch die eine oder andere politische Debatte zu Hause nach, um auch wirklich mitreden zu können? Wem fällt es wie einfach oder schwer, innerhalb unseres Lohnmodells über Geld zu reden? Usw.

Im Konzeptwerk haben wir uns, auch im Rahmen eines machtkritischen Prozesses, seit ca. 2016 aktiv mit verschiedenen Diskriminierungsformen im Konzeptwerk beschäftigt – auch mit Klassismus. Wir haben erfasst, wer überhaupt davon betroffen ist – und Empowermenträume für diese Gruppe geschaffen, haben uns intern dazu weitergebildet, Bücher, Podcasts etc. dazu geteilt.

Ein wichtiges Element dabei ist, wie wir versuchen, im Konzeptwerk über Geld zu reden. Wir wissen z. B. nicht nur die Löhne von allen, sondern auch deren Vermögen und ihren Klassenhintergrund. Wir reden darüber, wie unsere Herkunft und unsere aktuelle finanzielle Situation unser Verhältnis zu Geld prägt. Das ist auch herausfordernd, und wir lernen dabei viel zusammen – und es kann auch bestärkend sein, das oft als Tabu wahrgenommene Geld-Thema gemeinsam zu besprechen.

Darauf aufbauend versuchen wir, unser Lohnmodell möglichst solidarisch zu gestalten. D. h., der Lohn hängt bei uns nicht vor allem von Qualifikation oder „Leistung“ ab. Wir versuchen vielmehr zu berücksichtigen, was Menschen brauchen, um sich finanziell abgesichert zu fühlen. Dazu haben wir ein Modell, mit dem wir uns erst selbst einordnen und dann unsere Gehaltsvorstellungen in Kleingruppen besprechen und in der Gesamtgruppe beschließen.

Als drittes Element versuchen wir auch, mit Organisationen zusammenzuarbeiten, die explizit von Klassismus diskriminierte Gruppen vertreten, und wollen zukünftig auch noch mehr auf eine zugängliche Sprache in unserer Öffentlichkeits- und Projektarbeit achten. Wir sind weiter auf dem Weg. Und für uns steht es außer Frage, dass es zusätzlich immer auch politische Lösungen braucht – für eine Umverteilung von Vermögen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene.