Tonny Nowshin, Ökonomin und Degrowth Aktivistin aus Bangladesh, und Matthias Schmelzer, deutscher Wirtschaftshistoriker, argumentieren, dass Klimagerechtigkeit ein Ende der strukturellen Wiederholung von Schäden erfordert, indem sowohl das wachstumsorientierte, extraktivistische Wirtschaftsmodell als auch koloniale Machtverhältnisse überwunden werden.
Ein wesentliches Element von Klimareparationen ist die Garantie der Nicht-Wiederholung: Es muss sichergestellt werden, dass die strukturellen Ursachen des Schadens nicht fortbestehen. Im Kontext von Klimagerechtigkeit wird „Wiederholung“ durch die fortlaufende Reproduktion von Ungleichheiten durch ein globales Wirtschaftssystem angetrieben. Ein Wirtschaftssystem, das auf der Extraktion von Ressourcen, Arbeit und und Umwelt der Länder des Globalen Südens beruht. Die Garantie der Nicht-Wiederholung ernst zu nehmen, bedeutet daher, sich mit der wirtschaftlichen und politischen Ordnung auseinanderzusetzen, die diese Schäden hervorbringt. Es bedeutet eine Beendigung des wachstumsorientierten, extraktivistischen Modells, welches die derzeitige Weltwirtschaft stützt und die kontinuierliche Ausbeutung von Menschen und Umwelt ermöglicht. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, müssen Postwachstums-Perspektiven mit dekolonialen Ansätzen integriert werden. Gemeinsam bieten sie eine Vision – eine Welt nach dem Wachstum.
