Die Klimakatastrophe ist keine Naturkatastrophe. Sie ist das Ergebnis historischer und gegenwärtiger Machtverhältnisse, kolonialer Ausbeutung und eines auf Wachstum und Profit ausgerichteten Wirtschaftssystems. Sie trifft nicht alle gleich und sie wurde auch nicht von allen gleichermaßen verursacht. Klimareparationen sind weder Hilfe noch Wohltätigkeit. Sie sind ein Instrument, um die Ursachen der Krise anzugehen. In dieser Einheit der Reihe „Dekoloniale (Bildungs-)praxis – eine Suche” werden wir unter anderem den Fragen nachgehen: Wie können wir das Thema Klimareparationen in unserer (dekolonialen) Bildungsarbeit beleuchten? Welche Strategie(n) stecken hinter dem Konzept, wessen Positionen werden hier sichtbar?
Referenten:
Divij Kapur
Divij hat Entwicklungsstudienin Bangalore, Indien studiert. Sein Interesse liegt in den Überschneidungen zwischen sozial-ökologischen Krisen, Kolonialismus, Kapitalismus und globaler Entwicklung mit einem Fokus auf Nord-Süd-Perspektiven.
Kai Kuhnhenn
Kai arbeitet im Querschnittsbereich Klimagerechtigkeit, Degrowth und utopischen Zukunftsvisionen. Sein nerdiges Steckenpferd sind Wachstumsannahmen in Energie- und Klimaschutzszenarien und was das mit kapitalistischem Realismus zu tun hat.
Die Fortbildungsreihe für Multiplikator*innen „Dekolonialität in der (Bildungs-)praxis – eine Suche“ gibt dekoloniale Impulse um praxisorientiert die eigene Bildungsarbeit und politisches Engagement für eine gerechtere Welt zu reflektieren. Die Reihe will die fortbestehenden „kolonialen Denkmuster, Konzepte und Diskurse, sowie die auf ihnen aufbauenden […] Machtstrukturen und Praktiken“ (vgl. Ferreira 2023) bewusst machen. In einem Transferprozess in die eigene (Bildungs-)praxis werden Handlungsmöglichkeiten des Engagement für eine global gerechte Welt dekolonial reflektiert, sowie Strategien einer intersektionalen, macht- und rassismuskritischen Bildungsarbeit (weiter-)entwickelt.