Leipzig– Während Deutschland seinen Wohlstand auf Kosten fossiler Industrien und kolonialer Ausbeutung erwirtschaftet hat, trägt Kamerun bis heute die Folgen dieser Ungerechtigkeit. Trotz minimaler historischer Emissionen leidet das Land massiv unter der Klimakrise – in Form von Dürren, Überschwemmungen und wachsender sozialer Ungleichheit. Es ist Zeit für Deutschland, seiner Verantwortung gerecht zu werden. Das Konzeptwerk Neue Ökonomie veröffentlicht heute das Dossier „Was Deutschland Kamerun schuldet – über die Notwendigkeit von Klimareparationen“, das umfassende Maßnahmen zur finanziellen und strukturellen Kompensation fordert.
Koloniale Umweltzerstörung und Klimaschuld
„Die deutschen Kolonialpraktiken in Kamerun haben nicht nur die Umwelt zerstört, sondern auch langfristige soziale und wirtschaftliche Schäden verursacht. Die Abholzung und die Einführung von Monokulturen haben das Land in eine Abhängigkeit geführt, die bis heute negative Auswirkungen hat“, erklärt Oumarou F. Mfochivé, Autor des Dossiers.
Kamerun leidet schon jetzt massiv unter der Klimakrise – mit einer Infrastruktur, die den Herausforderungen nicht gewachsen ist. „Deutschland als ehemalige Kolonialmacht und historischer Emittent trägt eine moralische Verantwortung für die Klimaschäden, die Kamerun betreffen. Es ist an der Zeit, diese Verantwortung anzuerkennen und Klimareparationen zu leisten“, fordert Oumarou F. Mfochivé.
Klimareparationen: Mehr als finanzielle Entschädigung
Das Konzeptwerk Neue Ökonomie fordert, dass Deutschland mindestens 38 Milliarden Euro als Klimareparationen an Kamerun zahlt. Doch es geht um mehr als Geld: „Klimareparationen beinhalten die Garantie des Nicht-Wiederholens – das erfordert eine tiefgreifende Transformation des politischen und wirtschaftlichen Systems“, betont Carolina Hoffmann, Mitarbeiterin des Konzeptwerks.
Internationale Klimafonds und Entwicklungshilfe reichen nicht aus, um die Schuld Deutschlands anzuerkennen. Das Dossier „Was Deutschland Kamerun schuldet“ zeigt die Zusammenhänge zwischen kolonialer Herrschaft und Klimazerstörung auf und verdeutlicht: Ohne eine konsequente Aufarbeitung der Vergangenheit bleibt Klimagerechtigkeit ein leeres Versprechen.
Das Konzeptwerk Neue Ökonomie lädt zur Veröffentlichung des Dossiers am 24.04.2025 um 19 Uhr im Aquarium Berlin, Skalitzer Straße 6, zu einer Podiumsdiskussion mit postkolonialen und Klima-Expert*innen und Aktivist*innen ein.
Das Dossier zum Download:
Was Deutschland Kamerun schuldet – über die Notwendigkeit von Klimareparationen