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Care-Arbeit

Pressemitteilung vom 27. August 2026

Rückblick feministisches Bildungswochenende in Torgau

Vernetzung gegen Kürzungen und Krisen

Leipzig, 19. August 2026 – Vom 07. bis 09.08.2026 veranstaltete das Konzeptwerk Neue Ökonomie unter dem Motto „Für Sorge! Queerfeministische Bewegungen stärken“ ein Bildungswochenende in Torgau, Nordsachsen. Anlass sind die anhaltende Krise der Sorgearbeit durch Kürzungen und Rechtsruck, die viele feministische Initiativen und Organisationen täglich in ihrer Arbeit herausfordern. So fand am Samstagvormittag eine Podiumsdiskussion statt, wo über Strategien gegen den sozialen Kahlschlag in Sachsen gesprochen wurde. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei den Auswirkungen der Kürzungspolitik geschenkt. Gäste des Podiums waren Delal Atmaca (DaMigra e.V.), Tanchik Kulbakina (RosaLinde e.V.), Claudia Kurzweg (CSD Torgau), Elisabeth Koch (Bündnis gegen Kürzungen Dresden) und Konstanze Morgenroth (Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Leipzig).

Derzeit setzen Kürzungen auf Landesebene Beschäftigte in Sachsen in unterschiedlichen Bereichen der Sorgearbeit stark unter Druck. Neben dem Streichen von Kitaplätzen, sind u.a. queer-feministische Organisationen akut von Kürzungen betroffen. Tanchik Kulbakina von der RosaLinde Leipzig e.V. sagte: „Wir haben queere Geflüchtete beraten und das gibt es bundesweit flächendeckend nirgendwo sonst. Wenn man jetzt die neuen Richtlinien vom Land Sachsen liest, bekommt man den Eindruck unsere Beratungsarbeit ist nicht mehr gewünscht. Alles soll ins Ehrenamt verschoben werden und irgendwann wird nur noch die Rückkehr bezahlt.“ Auch die Gleichstellungsbeauftragte Konstanze Morgenroth sagt: „Das „kommunale Freiheitsgesetz“ vom CDU-geführten Innenministerium soll möglichst viel zu Gleichstellung auf kommunaler Ebene in Sachsen streichen. Wir dachten, es gibt Gesetze dazu, dass Gleichstellung gefördert werden muss, aber offensichtlich hat das Innenministerium einen anderen Blick darauf.“ Neben den Kürzungen wurden auf dem Podium auch die Solidarität durch bestehende, feministische Bündnisse und Netzwerke in Sachsen betont. Claudia Kurzweg vom CSD Torgau und Bundesfrauenrat der Grünen sagte: „Dass bei den CSDs so viele Menschen kommen, zeigt, dass sich so viele Menschen für Vielfalt und Inklusion, Sorgearbeit und Feminismus einsetzen. Und auch wenn die Rechten uns Angst machen, es ist etwas erreicht, das uns nicht weggenommen werden kann: Wir sind Viele und gehen keinen Schritt mehr zurück!“. Dies unterstreicht Delal Atmaca vom DaMigra e.V.: „Trotz all der heftigen Dinge, die wir in der Welt sehen – durch unsere Verbundenheit können wir gemeinsam sehr Großes erreichen“.

Neben dem Podium gab es von Freitag bis Sonntag ein vielfältiges Programm mit Workshops, Filmvorführung und Raum für Austausch und Vernetzung. Das Wochenende diente somit als Plattform, wo Kita-Erzieher*innen, Berater*innen, feministisch Aktive und kommunale Gleichstellungsbeauftragte über ihre gewerkschaftlichen und feministischen Kämpfe sprachen. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit neue Fähigkeiten zu lernen, z.B. wie eine Radiosendung entsteht oder sich Mitarbeitende im Betrieb organisieren können. Ein*e Teilnehmer*in resümiert: „Ich fand das Bildungswochenende sehr innovativ und es hat mir ein Gemeinschaftsgefühl zurück gegeben, dass es noch die Menschen gibt, die für die gleichen Werte kämpfen, wie ich, um die Gesellschaft zu verändern.“.

Wir freuen uns sehr über Ihre Berichterstattung im Nachhinein, die einen Rückblick auf das Bildungswochenende wirft.

Pressekontakt
Marie Siewert
Konzeptwerk Neue Ökonomie
E-Mail: presse@knoe.org

Telefon: 015565277612