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Was hält die Welt zusammen?

Online-Veranstaltungsreihe zu Solidarität in Krisenzeiten

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Neue Termine ab September 2026! Zu den einzelnen Terminen nach unten scrollen

In sieben Online-Veranstaltungen behandeln wir diese Fragen. Menschen aus politischen Bewegungen und machtkritischen Organisationen teilen dazu ihre Perspektiven – durch Impulse und in Gesprächen.

Solidarität ist keine Identität, sie ist nichts, was ‚man hat‘. Sie ist auch kein Verhaltenskodex, dem man individuell folgt, keine Haltung von Helden. Solidarität findet vielmehr in Beziehungen statt, sie ist etwas, das sich zwischen uns ereignet.
– Bini Adamczak

Für dich ist die Veranstaltungsreihe spannend, wenn…

… du dich fragst, wie du Aspekte globaler Gerechtigkeit und Solidarität konkret leben kannst.

… du auf der Suche nach Inspiration für die (Mit-) Gestaltung von Lernräumen bist.

… du nach neuen Ansätzen suchst, um Herausforderungen in deinem sozialen oder politischen Umfeld anzugehen.

… du neugierig auf neue Perspektiven bist.

Die Veranstaltungen finden jeweils von 11-13 Uhr (CET) online statt, auf deutscher und teilweise englischer Lautsprache mit Verdolmetschung (siehe Hinweis zu Sprachen bei der jeweiligen Veranstaltung).

Die Veranstaltungen bestehen jeweils aus Impulsen durch die Referent*innen und einem darauf aufbauendem Austausch.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Aufnahmen der vergangenen Veranstaltungen findest du auf YouTube:

Gestärkt durch die Krise

Zeit für Austausch, Perspektivwechsel, Zukunftskompetenzen

Eine Workshopreihe von Konfliktpotential in Kooperation mit dem Konzeptwerk, vom 20. August bis zum 12. November 2026 in Leipzig.

In diesen herausfordernden Zeiten voll von Kürzungen, Druck und Erschöpfung ist uns klar: Wir brauchen mehr als reines Durchhaltevermögen, wir brauchen Visionen einer wünschenswerten Zukunft! Strategien und Projektplanungen, die auch in schwierigen Zeiten tragen. Die Fähigkeit, Beziehungsdynamiken und dysfunktionale Strukturen zu erkennen und Konflikte konstruktiv zu bearbeiten – nach außen wie nach innen. Und wir brauchen Wege, um besser mit Stress, Überforderung und Belastungen umzugehen.

Nehmt Platz an unserem Workshopbuffet – wählt aus, was euch anspricht und gönnt euch eine große Portion. Hier ist Raum zum gemeinsamem Innehalten, austauschen, reflektieren, neu ordnen und weitermachen!

Daher tischen Konfliktpotential und das Konzeptwerk auf und laden zu sechs Tagesworkshops ein. Hier kommt ihr mit Menschen zusammen, die ähnliche Herausforderungen haben, ihr könnt eure Situation reflektieren und im Anschluss gestärkt mit neuen Analysen, Impulsen und Tools Veränderungsprozesse gestalten.

Und für alle, die Nachschlag wollen: Im Herbst startet der vertiefende, praxisnahe Grundkurs Konflikte konstruktiv bearbeiten in sechs Modulen (29.10.2026 – 25.06.2027).

Wir freuen uns auf euch!

Workshop-Programm

Workshop 1: Arbeit auf Augenhöhe. Demokratische Entscheidungen gemeinsam gestalten.

20.08.2026 | 10–16.30 Uhr | Die VILLA

Workshop 2: Demokratische Visionen. Mit klarer Haltung für gesellschaftlichen Wandel.

03.09.2026 | 10–16.30 Uhr | Pöge-Haus

Workshop 3: Konfliktkultur entwickeln. Wege zu konfliktfähigen Arbeitsweisen.

17.09.2026 | 10-16.30 Uhr | KulturGut Schönefeld

Workshop 4: Zwischen Engagement und Erschöpfung. Überlastungssysteme erkennen und umgestalten.

02.10.2026 | 10-16.30 Uhr | Heizhaus

Workshop 5: Konflikte in der Stadtteilarbeit. Strukturen verstehen, Rollen klären, Handlungsspielräume stärken.

06.11.2026 | 10–16.30 Uhr | Pöge-Haus

Workshop 6: Mit resilienten Strategien durch die Krise. Projekte stabil planen und handlungsfähig bleiben.

12.11.2026 | 10–16.30 Uhr | Pöge-Haus

Beratung zu digitaler Zusammenarbeit in der Organisation

Mit open-source Werkzeugen selbstbestimmt arbeiten

Die digitale Zusammenarbeit wird auch für zivilgesellschaftliche Organisationen immer wichtiger. Doch durch die Auswahl von Software und digitalen Dienstleistungen entstehen Abhängigkeiten, die problematisch für Organisationen sein können, zum Beispiel steigende Preise, mangelnder Datenschutz oder fehlende Anpassbarkeit an eigene Bedarfe.

Deshalb bieten wir im Rahmen des Förderprogramm „100xDigital“ der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt kostenloser Beratungen zur digitalen Arbeitsweise für 20 Organisationen an. Wir befähigen euch durch bis zu zwei Beratungseinheiten, eure eigenen Entscheidungen bezüglich digitaler Infrastruktur zu treffen und das Potenzial digitaler open-source Werkzeuge für eine effektive Zusammenarbeit auszuschöpfen.

Was beinhaltet das Angebot, und was nicht?

Die Beratungen finden in der Regel online statt. Nach Absprache ist auch ein Treffen in Präsenz möglich.

Mehr über unsere Haltung
  • Wir betrachten Open-Source als einen wichtigen Baustein beim Aufbau digitaler Infrastrukturen für eine demokratische Zivilgesellschaft. Vorschläge für flexible und kostengünstige Open-Source-Software, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Organisationen zugeschnitten ist, sind stets Teil unserer Beratung.
  • Wir glauben an kollektive Lösungen statt an Individualisierung angesichts gängiger digitaler Herausforderungen. Wir wollen zivilgesellschaftliche Organisationen dabei unterstützen, sich untereinander zu vernetzen und eine fruchtbare Beziehung zur engagierten Tech-Community aufzubauen.

Für Sorge! 

Queerfeministische Bewegungen stärken

Was sind drängende Themen für feministische Initiativen im ländlichen Sachsen? Was brauchen feministisch und gewerkschaftlich Aktive in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg um sich für Geschlechtergerechtigkeit im Betrieb, der Schule oder im Verein einzusetzen? Wie können wir starke queer-feministische Bündnisse aufbauen, die für die Aufwertung von Care-Arbeit kämpfen?

Um diese Fragen und noch mehr soll es auf dem Bildungswochenende „Für Sorge! Queerfeministische Bewegungen stärken“ vom 07. – 09.08.26 in Torgau gehen. Wir planen ein sommerliches Wochenende voller Workshops, Vernetzung, Austausch und gemeinsamer Zeit.

Das queerfeministische Wochenende soll Bewegungen stärken, Interessierte und Aktive vernetzen und Raum für Austausch bieten: Welche Formate und Strukturen helfen queer-feministisch und gewerkschaftlich Aktiven? Was fehlt aktuell? Wie können wir uns gegenseitig stärken, damit Care ins Zentrum der Wirtschaft rückt?

Neben dem Wochenende gibt es Vernetzungs- und Kennenlerntreffen, zu dem wir Organisationen und Einzelpersonen einladen, ihre Perspektiven, Fähigkeiten und Ideen in die Planung des Wochenendes einzubringen.

In Kooperation mit:

Bausteine für Klimareparationen

Perspektiven aus dem Globalen Süden ins Zentrum rücken

Die Klimakatastrophe ist keine Naturkatastrophe. Sie ist das Ergebnis historischer und gegenwärtiger Machtverhältnisse, kolonialer Ausbeutung und eines auf Wachstum und Profit ausgerichteten Wirtschaftssystems. Sie trifft nicht alle gleich und sie wurde auch nicht von allen gleichermaßen verursacht.

Mit dem Projekt „Bausteine für Klimareparationen“ haben wir gemeinsam mit sechs Autor*innen – größtenteils aus dem Globalen Süden – sechs Factsheets entwickelt, die zentrale Aspekte von Klimareparationen beleuchten. Ziel ist es, Klimareparationen als notwendiges politisches und gesellschaftliches Projekt sichtbar zu machen, abseits von Wohltätigkeit und technokratischen Lösungen.


Was sind Klimareparationen?

Klimareparationen sind weder Hilfe noch Wohltätigkeit. Sie sind ein Instrument, um die Ursachen der Krise anzugehen: historische Verantwortung, strukturelle Ungleichheit und systemische Verantwortung.

Sie bedeuten:


Warum brauchen wir Klimareparationen?

Die Klimakatastrophe ist zutiefst ungerecht.

Auf der einen Seite stehen diejenigen, die historisch und strukturell für sie verantwortlich sind: Länder, Unternehmen und Einzelpersonen, die von treibhausgasintensiver Produktion, Kolonialismus und Wirtschaftswachstum profitiert haben – und weiterhin profitieren. Deutschland etwa ist für rund 3 % der weltweiten historischen Emissionen verantwortlich, obwohl hier weniger als 1 % der Weltbevölkerung lebt. Auf der anderen Seite stehen Gemeinschaften, Länder und Ökosysteme im Globalen Süden, die die Hauptlast tragen. Gleichzeitig fehlen die finanziellen, politischen und infrastrukturellen Mittel, um sich zu schützen oder Schäden auszugleichen.

Diese Ungerechtigkeit ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis jahrhundertelanger Enteignung, kolonialer Ausbeutung, unfairer Handelsbeziehungen und neokolonialer Wirtschaftsstrukturen. Dieselben Systeme, die die Klimakatastrophe verursacht haben, bestimmen auch weiterhin, wer darunter leidet und wer davon profitiert.


Offene Mailingliste Klimareparationen

Die Mailingliste Klimareparationen ist eine offene Austauschplattform für Menschen, die sich mit dem Thema Klimareparationen beschäftigen, informieren und vernetzen möchten. Sie kann genutzt werden, um Informationen, Termine, Fragen, Materialien rund um das Thema zu teilen und zu erhalten.

Teilnahme & Nachrichten

Um an die Mailingliste zu schreiben, registriere dich hier.

Zusammenwachsen – BnE in Krisenzeiten

Eine einjährige Weiterbildungsreihe

(Berufsbegleitende) Weiterbildung

8 Wochenend-Module zwischen September 2026 und September 2027

Es gibt noch wenige freie Plätze! Melde dich jetzt an und sichere deinen Platz!

Kontakt für Rückfragen: fortbildung@knoe.org / 0341 39281686

Gemeinsam handlungsfähig bleiben

Was fühlst du angesichts globaler Herausforderungen und Krisen und wie fühlen sich Jugendliche oder die Teilnehmenden deiner Veranstaltungen? Überforderung, Zukunftsängste, Ärger, Hoffnung? Gerade jetzt ist es wichtig, dass Menschen sich stärken und weiter gemeinsam für ein Gutes Leben für alle einsetzen. Mit transformativer Bildungsarbeit können wir das unterstützen.

Diese Weiterbildung erweitert deine Kompetenzen für deine Tätigkeit als Bildungsreferent*in in Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globalem Lernen; insbesondere hinsichtlich der Herausforderungen,

Das sagen ehemalige Teilnemende:

„Ich bin souveräner und entspannter geworden im Räume vorbereiten und halten.”

“Ich habe gelernt ergebnisoffener zu arbeiten und der Gruppe und dem, was daraus kommt, mehr Raum zu lassen.”

“Mein Zugang zu Bildung ist weiter geworden und hat sich verändert: Weg von rein kognitiver Wissensvermittlung und hin zum Einbeziehen von Körper und Emotionen.”

“Meine Haltung ist (noch) kritischer und reflektierender geworden.”

Für wen ist die Weiterbildung geeignet?

Die Weiterbildung richtet sich primär an Personen, die bereits Erfahrungen in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen oder Erwachsenen haben und diese vertiefen und erweitern möchten.

Für Neueinsteiger*innen ist die Weiterbildung auch möglich.

Was bedeutet transformative Bildungsarbeit?

Als „transformativ“ verstehen wir Bildung, wenn es dabei nicht nur um eine Erweiterung von Wissen oder Fähigkeiten geht, sondern um eine grundlegende qualitative Veränderung von Selbst- und Weltbildern, d.h. davon, wie wir die Welt und uns selbst darin sehen und verstehen. Dabei spielt emotionales und erfahrungsorientiertes Lernen eine wichtige Rolle.

In solchen Lernräumen reflektieren wir Denk-, Fühl- und Handlungsmuster, die Menschen in ihrem Aufwachsen gelernt haben und die von den gesellschaftlichen Leitbildern, Normen und Werten geprägt sind. Das betrifft zum Beispiel unsere Beziehung zu anderen Menschen und zur natürlichen Welt: Wie fühle ich mich eigentlich mit anderen Menschen – vor Ort und weltweit – verbunden? Was verbindet mich, was trennt mich – von wem? Wie verstehe ich eigentlich „Natur“? Bin ich ein Teil davon? Inwiefern darf Natur „benutzt“ werden? Transformative Bildung behandelt diese Fragen nicht nur individuell, sondern eingebunden in globale und gesellschaftliche Machtverhältnisse: Wie kommen ausbeuterische Lebens- und Produktionsweisen eigentlich zustande? Wem nützen sie und wer trägt die „Kosten“? Wodurch werden sie stabilisiert und wer hat welche Macht und Möglichkeiten sie zu verändern?

Wir verbinden dabei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – und stärken ein Verständnis davon, wie diese zusammenhängen. Das bedeutet auch Visionen alternativer Entwürfe für globale Gerechtigkeit zu entwickeln und zu fragen, inwiefern und wodurch wir wirksam sind, wenn wir uns für eine nachhaltige Zukunft einsetzen.

Digging deeper, relating wider

– Gesturing Towards Decolonial Futures collective

Umfang – Das erwartet dich

Insgesamt beläuft sich die Stundenanzahl auf 160 bis ca. 200 Stunden.

Arbeitsweise

Wir wollen einen Lernraum bieten, der durch die verschiedenen Perspektiven, Erfahrungen, Emotionen, Gedanken und Wünsche der interessierten Menschen gefüllt wird. Das bedeutet, wir wollen miteinander diskutieren und lernen, einander zuhören, unsere Sorgen und Zuversicht teilen, mit unseren Körpern arbeiten und selbst tätig werden. Dabei ist uns ein offener und empathischer Umgang miteinander wichtig und wir geben unser Bestes, um Machthierarchien wahrzunehmen, sichtbar zu machen und zu bearbeiten.

Die Methoden, die wir verwenden, entspringen dem Ansatz der so genannten „transformativen Bildung“. Sie adressieren strukturelle Zusammenhänge und beinhalten ein ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Alle folgenden Modulthemen werden konsequent darauf bezogen, wie sie sich im Sinne einer solchen Bildung umsetzen lassen.

Wichtige Termine und Themenschwerpunkte

Modul 1: Kennenlernen und Einstieg

11. bis 13. September 2026

In diesem Modul geht es darum, sich gegenseitig kennenzulernen und eine gemeinsame Arbeits- sowie inhaltliche Grundlage zu schaffen.


Modul 2: Globale Krisen und Emotionen

8. bis 11. Oktober 2026

Globale Krisen bewegen – emotional und gesellschaftlich. In diesem Modul beschäftigen wir uns mit der Komplexität globaler Krisen und Ungerechtigkeiten. Welche Emotionen werden dabei ausgelöst und wie finden wir einen guten Umgang damit?


Modul 3: Diskriminierungssensibilität

19. bis 22. November 2026

Was bedeutet eine machtkritische und diskriminierungssensible Haltung in der Bildungsarbeit? Warum ist sie wichtig? Mit diesen Frage, dekolonialen Perspektiven und Praxen beschäftigen wir uns in diesem Modul.


Modul 4: Alternativen und Utopien

22. bis 24. Januar 2027

Wie sähe eine global gerechte & nachhaltige Welt aus? Warum sind Utopien wichtig? Welche Alternativen gibt es bereits? In diesem Modul beschäftigen wir uns mit Handlungsebenen und konkreten Alternativen.


Modul 5: Sozial-ökologische Transformation

12. bis 14. März 2027

Wie finden gesellschaftliche Veränderungsprozesse statt? Zu dieser Frage gibt es verschiedenste Zugänge und Antworten. Wir beschäftigen uns mit Erfahrungen aus der Vergangenheit, mit wissenschaftlichen Perspektiven darauf und mit unseren eigenen Vorstellungen gesellschaftlichen Wandels. Dabei geht es auch darum, welche Rolle Bildungsarbeit für gesellschaftliche Transformation spielt.

Modul 6: Die ganze Institution im Blick

21. bis 23. Mai 2027

In diesem Modul beschäftigen wir uns mit dem sogenannten „Whole Institution Approach“. Dabei geht es darum, wie wir Werte globaler Gerechtigkeit und Prinzipien von Nachhaltigkeit institutionell verankern können.

Modul 7: Digitalisierung

2. bis 4. Juli 2027

In diesem Modul beschäftigen wir uns mit Digitalisierung als Chance und/oder Herausforderung für Nachhaltigkeit, globale Gerechtigkeit und dessen Einbindung in die Bildungsarbeit.

Modul 8: Abschluss

10. bis 12. September 2027

Im letzten Modul der Reihe blicken wir auf die Qualifizierungsreihe zurück: Was waren wichtige Erfahrungen? Was ist noch offen? Außerdem widmen wir uns dem Thema Feedback geben und erhalten und wenden es untereinander an.

Organisatorisches

Das Projekt wurde für den Innovationspreis Weiterbildung 2026 des Freistaates Sachsen nominiert.

In Kooperation mit Brot für die Welt

Brassica

Transformative Bildung - eine Zukunft jenseits des Wachstums

Die Erkenntnis, dass Wachstumsstreben unsere ökologischen Systeme kollabieren lässt, erfährt immer weitreichendere Anerkennung – mittlerweile auch in der EU-Politik, wie beyond growth Konferenzen des EU-Parlaments zeigen. Statt unsere kapitalistische Wirtschaftsweise immer weiter voranzutreiben, müssen wir Visionen entwickeln für eine Zukunft, die nicht auf der Ausbeutung von Menschen und Umwelt beruht! Diese sozial und ökologisch gerechte Zukunft wollen wir in unserem europäischen Bildungsprojekt Brassica erkunden.

In der Pflanzen-Familie der Brassica gibt es in vielen Formen – von Kohl über Grünkohl und Brokkoli bis hin zu Senf und Dutzenden weiteren Sorten. Ihre Gestalt ändert sich je nach Standort und Wachstumsbedingungen. Sie sind robust, anpassungsfähig und gedeihen selbst unter widrigen Bedingungen. Brassicas (Kreuzblütler) erinnern uns daran, dass auch Lernen so sein kann: flexibel, zugänglich und vielfältig. Verwurzelt in unterschiedlichen Kontexten, offen für Variationen und stark genug, um überall zu wachsen, wo sie gepflanzt werden.

Traditionelle Bildungsmodelle sind für einen Umgang mit der Klimakrise unzureichend, da sie neueste Erkenntnisse zu langsam integrieren und praxisnahe, auf die Bedürfnisse der Regionen zugeschnittene Ansätze fehlen. Daher greift Brassica auf innovative Ansätze von Vorreiter*innen der transformativer Bildung in ganz Europa zurück. Dazu gehören etwa verkörpertes Lernen, kunstbasierte Methoden und erfahrungsorientiertes Lernen. Diese Ansätze sind vielversprechend, aber oft wenig sichtbar.

Unsere Partnerorganisationen sind Degrowth Vienna (Österreich), NaZemi (Tschechien), Benvenuti in Italia (Italien) und ShiftSlow (international). Gemeinsam entwickeln wir Bildungsmethoden und Workshopkonzepte auf vier Sprachen, die unsere bestehende Bildungsarbeit zu Degrowth aktualisieren, erweitern und fortführen. Ab Ende 2027 werden sie auf unser Bildungsplattform Endlich-Wachstum.de zu finden sein. Darüber hinaus stärken wir mit dem Projekt die europäische Vernetzung von Degrowth-Organisationen und der Degrowth-Bewegung und tragen damit zu einer sozial-ökologischen Transformation von unten bei.

In unserem Fokus stehen dabei vor allem Bildungsakteure im ländlichen Raum. Diese Akteure haben aufgrund stadtzentrierter Politik oft keinen Zugang zu non-formaler Bildung und keine Möglichkeiten, proaktiv auf die aktuelle ökologische Krise zu reagieren. Daher hat sich unser Projekt zum Ziel gesetzt, speziell auf ländliche Gemeinschaften zugeschnittene Bildungsmaterialien zu entwickeln, die die Komplexität des Klimawandels vermitteln und einen sozial-ökologischen Wandel vorantreiben.

Das Projekt gliedert sich grob in drei Phasen:

  • 1. Halbjahr 2026: Entwicklung von 20 neuen Bildungsmethoden und vier Workshopkonzepten
  • 2. Halbjahr 2026: Workshops im ländlichen Raum in Österreich, Italien, Tschechien und Deutschland
  • 1.&2. Halbjahr 2027: Organisation und Umsetzung von Train-the-trainers und Degrowth Festivals in Italien, Tschechien und Deutschland

gemeinsam. feministisch. organisiert.

Care-Arbeit aufwerten und feministisch organisieren

Im Care-Sektor leisten Menschen täglich die Arbeit, ohne die unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde. Und seit Jahren kämpfen Menschen für mehr Anerkennung dieser Arbeit, für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal! Sie kritisieren ihre prekäre Situation mit niedrigen Löhnen, viel zu vielen Überstunden und dem fehlendem politischen Willen, Sorgearbeit anders zu organisieren!
Vor allem Migrant*innen und FLINTA* arbeiten in diesen Bereichen – sei es auf der Intensivstation, in der Reinigung, in der Küche oder im Kindergarten. Ohne sie läuft nichts!

Doch was können wir tun, damit sich alles ändert? Damit Care ins Zentrum der Wirtschaft kommt? Welche Möglichkeiten gibt es in Deutschland, als breite feministische Bündnisse gemeinsam für Gemeinwohl und Geschlechtergerechtigkeit zu kämpfen? Welche Erfahrungen haben Kolleg*innen und Aktivist*innen mit gemeinsamen Streiktagen? Welche Kämpfe wurden gewonnen und verloren? Und wann treffen wir uns?

Diesen Fragen gehen wir im Projekt gemeinsam.feministisch.organisiert nach. Neben vier Online-Workshops organisieren wir einen Fachtag in Leipzig und produzieren eine neue Staffel des Podcasts Danke für Nichts. Der feministische Podcast über Care und Wirtschaft.

Online-Workshopreihe „Wann treffen wir uns?“

In vier Online-Workshops wollen wir diese Fragen gemeinsam diskutieren. Neben interaktiven Methoden, bei denen es Raum für eigene Erfahrungen und Gedanken gibt, hören wir verschiedene Inputs von unseren Gäst*innen. Es können einzelne Veranstaltungen der Workshopreihe besucht werden. Die Workshops sind in deutscher Lautsprache.

Workshops

Mittwoch, 11.06.25 Ohne uns läuft nichts. Wie Care-Arbeiter*innen in Reinigung, Küche und Transport für gerechten Lohn und Arbeitsbedingungen kämpfen.

Montag, 23.06.25 Damit sich alles ändert! Feministische Perspektiven aufs Streikrecht in Deutschland. Mit Theresa Tschenker.

Montag, 29.09.25 Weil wir es wert sind. Wie Beschäftigte in Kitas gegen den Fachkräftemangel und für gute Versorgung kämpfen.

Dienstag, 21.10.25 Es geht um’s Ganze. Visionen von Arbeitskämpfen für Geschlechtergerechtigkeit und Gemeinwohl.

Klimaschulden und Reparationen

Was Deutschland dem globalen Süden schuldet

Was Deutschland Kamerun schuldet

In unserem neuen Dossier „Was Deutschland Kamerun schuldet – über die Notwendigkeit von Klimareparationen“ sprechen wir über die Zusammenhänge zwischen kolonialer Herrschaft und Klimazerstörung und verdeutlichen: Ohne eine konsequente Aufarbeitung der Vergangenheit, bleibt Klimagerechtigkeit ein leeres Versprechen.

Zum Release Event des Dossiers diskutierten wir am 24.04.25 im Aquarium Berlin mit Victorine Che, Fatim Selina, Tonny Nowshin, Lina Adil und Oumarou F. Mfochivé über Klimareparationen und dekolonialen Klima-Aktivismus.

Workshops in Kamerun und Deutschland

Um Reparationsforderungen gegenüber der ehemaligen Kolonialmacht Deutschland zu erarbeiten, haben wir uns am 10. November 2023 mit über 15 kamerunischen NGOs zu einem Workshop getroffen. Sie saßen in Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns, während wir digital zugeschaltet waren.
Dort haben die kamerunischen Anwesenden diskutiert, wie Klimaschäden zu bemessen wären und welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, um die Gemeinschaften resilienter zu machen. Hier reichten die Vorschläge vom Aufbau von Wetterstationen bis zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen und Bildungseinrichtungen. Viel Diskussion gab es natürlich auch über die Verschränkungen von Kolonialschuld und Klimaschuld und welche Form die Entschuldigungen Deutschlands annehmen könnten.

Alles wird gut

Nachrichten aus der Zukunft

Mach es dir gemütlich, nimm dir Kopfhörer und begib dich mit uns in das utopische Jahr 2048.

Alles wird gut – Nachrichten aus der Zukunft ist eine interaktive Audioinstallation, die eine utopische Zukunft vorstellbar macht. Die Installation wurde in Zusammenarbeit mit dem Grassi Museum für angewandte Kunst Leipzig entwickelt und ist auf Anfrage als Wanderausstellung verfügbar.

Angesichts der politischen Weltlage, der gefährdeten Demokratie und der akuten Klimakatastrophe wird es immer schwieriger, sich eine utopische Zukunft vorzustellen.

An eine Zukunftsgesellschaft zu glauben, die die Krisen unserer Zeit erfolgreich gemeistert haben wird, wird als naiv abgetan. Wir machen es trotzdem. Denn gerade jetzt ist die Zeit für radikale Utopien!

In unserer interaktiven Audioinstallation „Alles wird gut – Nachrichten aus der Zukunft“ erzählen verschiedene Protagonist*innen aus ihrem Alltag im Jahr 2048.

Elias berichtet in mehreren Sprachnachrichten von seinem Aufenthalt im Gesundheitszentrum, von Therapien und transgenerationalen Traumata. Im Audiofeature von Mariann erhalten wir Einblicke in basisdemokratische Entscheidungsprozesse auf kommunaler Ebene im Jahr 2048. Jahan nimmt uns in einem Reisetagebuch mit auf eine mehrtägige Zugfahrt und philosophiert über Familie, Ländergrenzen, digitale Kommunikation und wie sich Mobilität in der Zukunft verändert haben wird.

Die Audioinstallation zeigt konkrete Visionen für eine gerechte und lebenswerte Zukunft, die möglich ist – wenn der politische Wille da ist.

Hol dir 2048 in deine Veranstaltung!

Die Installation Alles wird gut – Nachrichten aus der Zukunft ist als mobile Wanderausstellung konzipiert und kann von uns gegen eine Gebühr geliehen werden. Planst du ein Festival, einen Kongress, eine Konferenz oder eine Ausstellung und denkst, wir passen dort gut rein? Kontaktiere uns gern für mehr Infos.

Die Installation wurde gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig und dem Grassi Museum für angewandte Kunst Leipzig.