Der Wohlstand und das industrielle Wachstum der Kolonialmächte wurden durch die Ausbeutung von Menschen, Land und Ressourcen aufgebaut – Prozesse, die die Grundlagen für die heutige Klimakrise legten. Die globale Mehrheit, die lange Zeit dem Kolonialismus unterworfen war, ist heute mit einigen der schwerwiegendsten Folgen des Klimakollapses konfrontiert, obwohl sie am wenigsten zu dieser Krise beigetragen hat. Während sich die Klimadebatte häufig auf Emissionsminderung und Anpassungsmaßnahmen konzentriert, bleiben Forderungen nach Reparationen meist am Rand der Diskussion. Wie prägen koloniale Muster die Klimakrise bis heute? Welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen sind notwendig, um über symbolische Gesten hinauszugehen? Und welche Rolle können soziale Bewegungen dabei spielen, die Forderung nach Reparationen stärker in Debatten über Klimagerechtigkeit einzubringen? Ausgehend von einer Vorstellung der Publikation „How (Not to) Apologize“ von Konzeptwerk Neue Ökonomie eröffnet dieses Podium einen Raum zur Reflexion über koloniale Kontinuitäten, Klimagerechtigkeit und reparative Zukunftsperspektiven.
Teilnehmende:
Aaron Alexandre Cuyugan arbeitet im Klimagerechtigkeitsteam des Konzeptwerks Neue Ökonomie. Er ist zertifizierter Policy-Analyst, angehender Fotojournalist und engagierter Klimaaktivist. Seine aktuelle Projektarbeit konzentriert sich darauf, Klimareparationen und Klimagerechtigkeit für den Globalen Süden stärker in den Fokus der deutschen Zivilgesellschaft zu rücken.
Majula Jaiteh ist Doktorandin im Bereich des Völkerrechts und lebt in Hamburg. Ihre Forschung beschäftigt sich mit Reparationen und Wiedergutmachung für deutsche Kolonialverbrechen in Namibia und Tansania. Zudem ist sie Vorstandsmitglied von Afro-Deutsche Jurist e.V.
Leonie Baumgarten-Egemole ist Rechtsreferendarin und Aktivistin mit den Schwerpunkten Antirassismus und Klimagerechtigkeit. Sie engagiert sich in verschiedenen Initiativen, die sich für eine gerechtere und diskriminierungsfreie Gesellschaft einsetzen.
Moderation: Canê Çağlar ist politische Bildnerin, Moderatorin, Doktorandin und Erziehungswissenschaftlerin. Ihre Arbeit befasst sich insbesondere mit struktureller Diskriminierung, Dekolonisierung und Bildungsgerechtigkeit.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt und ist Teil der Projekte „Koloniale Spuren – Dekoloniale Praktiken“ (W3_) sowie „Decolonize Trade“ (Fair Trade Stadt Hamburg). Sie wird gefördert von Brot für die Welt, dem Katholischen Fonds, der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung sowie dem Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche.
