Ein Workshop für alle, die mehr über Klimaschulden, neokoloniale Machtverhältnissen und solidarische Formen des Widerstands lernen wollen – und Lust haben, dieses Wissen in ein Zine zu verwandeln!
Die Klimakatastrophe ist zutiefst ungerecht. Während Länder und Unternehmen des Globalen Nordens historisch besonders stark von treibhausgasintensiven Produktionsweisen, Kolonialismus und globalen Ungleichheiten profitiert haben, bleiben vor Allem Gemeinschaften im Globalen Südens auf den Folgeschäden sitzen.
Was bedeutet das für Menschen aus dem Globalen Norden? Wie können wir mit Fragen von Verantwortung, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung umgehen? Und wie könnte eine Politik von unten aussehen, die nicht im Symbolischen bleibt, sondern bestehende Machtverhältnisse verändert?
In diesem Workshop beschäftigen wir uns gemeinsam mit dem Konzept der Klimareparationen. Wir schauen auf die Verbindungen zwischen Kolonialismus, Extraktivismus, Klimakrise und globalen Ungleichheiten und fragen, was „Reparatur“ und “Wiedergutmachung” überhaupt bedeuten kann. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Entschädigung, sondern auch um Fragen von Verantwortung, Umverteilung und der Gestaltung gerechterer Zukünfte.
Dabei wird es jedoch nicht nur theoretischen Input von uns geben, sondern wir nähern uns diesem komplexen Thema auch praktisch über ein Medium, das selbst eine lange Geschichte als Werkzeug sozialer Bewegungen hat: das Zine.
Zines sind selbstgemachte, meist unabhängig produzierte kleine Publikationen. Feministische, queere, antirassistische und andere aktivistische Bewegungen haben sie genutzt, um Gegenöffentlichkeiten zu schaffen, eigene Perspektiven sichtbar zu machen und Wissen jenseits vom Mainstream zu teilen. Zine-Making bedeutet dabei nicht, perfekt gestalten oder schreiben zu können. Im Mittelpunkt stehen DIY, Experimentieren und kollektive Wissensproduktion.
Nach einem gemeinsamen Einstieg in das Thema Klimareparationen und die politische Geschichte von Zines arbeiten wir in Kleingruppen mit Materialien und Fakten zu verschiedenen Aspekten des Themas. Wir suchen nach Geschichten, Fragen und Perspektiven, die wir für wichtig halten, und übersetzen sie anschließend in eigene Texte, Collagen, Zeichnungen, Comics oder andere Formen.
Dabei kann ein gemeinsames Zine entstehen – oder eine Sammlung verschiedener Seiten und Perspektiven. Entscheidend ist weniger das fertige Produkt als der gemeinsame Prozess: lernen, diskutieren, hinterfragen und Wissen selbst in die Hand nehmen.
Der Workshop richtet sich an Aktivist*innen, politisch Interessierte und alle, die sich mit Klimagerechtigkeit beschäftigen möchten, unabhängig davon, wie viel Vorwissen sie mitbringen. Es geht nicht darum, fertige Antworten zu produzieren. Wir wollen gemeinsam Fragen stellen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und überlegen, wie eine solidarische und dekoloniale Perspektive auf die Klimakrise aussehen kann.
Keine Vorkenntnisse und keine künstlerischen Fähigkeiten erforderlich.
Die Veranstaltung findet in Leipzig statt. Der genaue Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.
Der Workshop wird z.T. auf deutsch und auf englisch stattfindet. Bitte lasst uns wissen, falls ihr Übersetzung in einer der Sprachen benötigt.
