Wie wir mit unseren Finanzen umgehen

Beim Konzeptwerk entwickeln wir nicht nur Konzepte für eine neue Ökonomie, wir probieren sie auch aus.

Zwei Grundsätze bilden die Leitplanken für die Finanzierung des Konzeptwerks:

  • Wir sind als gemeinnütziger Verein anerkannt und arbeiten nicht gewinnorientiert.
  • Wir nehmen kein Geld von Unternehmen oder solchen Organisationen an, die für unökologische, undemokratische oder unsoziale Produktionsmethoden stehen.

Was das genau bedeutet, besprechen wir auf unserem Finanzplenum, das alle zwei Monate stattfindet. Hier beschließen wir unser Jahresbudget, reden über Kosten für Projekte und Lohn, über mögliche Investitionen und vieles mehr (z.B.: „Sollen wir die 10.000 € vom ZEIT WISSEN-Preis annehmen, obwohl der Preis von einem Kupferkonzern mit ausgelobt wird?“ – Antwort: „Nein, wenn wir gewinnen, spenden wir es einer Organisation, die sich für vom Kupfer-Bergbau Betroffene einsetzt.“).

Wieviel Geld braucht man für ein gutes Leben?

Ein Hauptthema unserer Finanztreffen ist die wiederkehrende Frage, wie es uns jeweils in finanzieller Hinsicht geht. Unsere Einkommen legen wir gemeinsam fest. Das passiert in einem Abwägen zwischen persönlichen Bedürfnissen und den finanziellen Möglichkeiten, die das Konzeptwerk hat. Aber auch die Frage ‚Wieviel ist genug?‘ spielt dabei eine große Rolle. Wir wollen ausprobieren, wieviel Geld wir für ein gutes Leben brauchen.

Als wir vor mehr als fünf Jahren hier in Leipzig mit dem Konzeptwerk angefangen haben, war die Antwort darauf: 850 Euro Netto. Das ist bis heute unser Basislohn für alle, die mindestens 20 Stunden in der Woche bei uns mitarbeiten. Über die Jahre hat sich dazu ein System entwickelt, in dem jede*r einen Mehrbedarf beim Finanzplenum anmelden kann. Dafür lassen sich unterschiedliche Gründe anführen: Ich habe ein Kind zu versorgen, ich arbeite mehr als 25 Stunden die Woche fürs Konzeptwerk oder ich habe aus irgendeinem anderen Grund einen Mehrbedarf, der dann im Plenum diskutiert wird.

Viel zu wenig Geld für unsere Arbeit?

Vergleicht man unsere Stundenlöhne mit denen anderer, dann könnte man das meinen. Wir finden das nicht. Wir können unsere Arbeit selbst bestimmen und wenn es nötig ist, dass Personen mehr verdienen müssen, können wir das auf dem Finanzplenum ansprechen und innerhalb unserer Möglichkeiten ändern – hier funktioniert das Konsensprinzip großartig. Außerdem können durch unsere vergleichsweise niedrigen Löhne mehr Menschen beim Konzeptwerk mitwirken. Das entlastet alle Beteiligten und wir können uns besser für unsere Ziele einsetzen!

Fazit

Auch wir merken: Über Geld reden ist nicht einfach. Die Diskussionen in unseren Finanzplena sind oft emotional und berühren Ängste, die sich nicht selten existenziell anfühlen. Durch den offenen Umgang mit diesen Ängsten in der Gruppe haben wir Vertrauen zueinander geschaffen.
Wir haben uns ein solidarisches Netz gestrickt, in dem unsere finanziellen Sorgen einen Ort haben und aufgefangen werden können. Dafür sind wir dankbar. Und das ist auch oft mehr Wert, als 200 Euro mehr auf dem Konto.

Beim Konzeptwerk machen wir die Erfahrung, dass finanzielle Absicherung nicht nur ein individuelles Problem sein muss, sondern durch kollektive Strukturen anders gestaltet werden kann: Anhand der Bedürfnisse der Einzelnen im Rahmen des Möglichen. Das funktioniert und es gibt uns Kraft, weiterhin für eine sozial-ökologische Transformation einzustehen.

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Wie wir arbeiten

Wir entwickeln nicht nur Konzepte für eine neue Ökonomie, wir probieren sie auch aus.
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