Klima

Der Klimawandel ist ein Gerechtigkeitsproblem.

In Deutschland folgen Flutkatastrophen auf Dürre-Sommer, es kommt zu riesigen Ernteausfällen. In Griechenland, Australien und Schweden brennen die Wälder. In den USA verwüsten Hurrikane und Sturmfluten die Küsten. Der Klimawandel ist bereits Realität.

Was jetzt in den Industrieländern sichtbar wird, ist in anderen Teilen der Erde schon länger bittere Realität: Bangladesch kann sich nicht vor Überschwemmungen schützen, wie es die Niederlande können. Eine Dürre in Somalia führt anders als in Deutschland zu einer Hungersnot. Derzeit liegt der ökologische Fußabdruck von Deutschen so hoch, als gäbe drei Reserve-Planeten. Die Menschen im globalen Süden leiden am Meisten unter der Klimakrise, obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben. Die Klimakrise bedroht damit nicht nur das Überleben der Menschen, sie ist auch ein riesiges Gerechtigkeitsproblem.

Laut dem aktuellen IPCC-Bericht von 2022 schließt sich das Zeitfenster für 1,5°C schnell. Das erfordert konsequentes Handeln: Im globalen Norden braucht es eine Abkehr vom ewigen Wirtschaftswachstum. Denn bisher werden alle Einsparungen von Treibhausgasen durch effizientere Technologien mit steigender Wirtschaftsleistung wieder zunichte macht. Es geht darum, falschen Lösungen wie dem Ausbau von Gas-Infrastruktur, Investitionen in E-Autos und dem blinden Vertrauen auf die Wirkung von Emissionsmärkte entgegenzuwirken und Alternativen aufzuzeigen: Gemeinsam erzeugte erneuerbare Energien und ein reduzierter Verbrauch; Rückbau schädlicher & energieintensiver Industrie; autofreie Städte und ein gutes Zugnetz statt neuer Flughäfen.

Und nicht zuletzt müssen diejenigen, die am meisten zur Klimakrise beigetragen haben, die historischen Schulden anerkennen und Verantwortung dafür übernehmen – zB durch Klima-Reparationen und einer Abkehr von neokolonialen Wirtschaftsstrukturen.

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Ist Klimagerechtigkeit wählbar?

Wir haben 2021 die Wahlprogramme der fünf großen demokratischen Parteien aus einer Klimagerechtigkeitsperspektive untersucht. Die Analyse ist keine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei. Wir wollen stattdessen zeigen, welche politischen Maßnahmen für eine klimagerechte Gesellschaft notwendig wären und wie groß der Unterschied zu dem ist, was in Deutschland als „Klimapolitik“ diskutiert wird.

CO2-Budgets und Klimaschulden

Wenn wir historische Klimaschulden mit einberechnen, sind die deutschen CO2-Budgets für die Einhaltung der Pariser Klimaziele längst aufgebraucht. Die Emissionen müssen nicht nur schnellstmöglich sinken, sondern globale Klimagerechtigkeit muss auch auf anderen Wegen geschaffen werden.

Der Beitrag bietet einen Überblick über verschiedene Budgetrechnungen und ihre Konsequenzen.

Vernetzungstreffen und Konferenz

Das Projekt „Partnership for Dialogue on Degrowth and Socio-Ecological Transformation“ zielt darauf ab, einen Raum für transnationalen Austausch und Bewusstseinsbildung rund um das Thema sozial-ökologische Transformation zu schaffen. Der Fokus liegt dabei auf der Vernetzung unter postkommunistischen Ländern Europas.

In Zusammenarbeit mit der Masaryk-Universität in Brünn (CZ), RESET: Plattform für sozio-ökologische Transformation in Prag (CZ) und NaZemi in Brünn (CZ).

Publikationen zum Thema

Cover der Wahlprogrammanalyse

Mit grüner Marktwirtschaft das Klima retten?
Klimagerechtigkeits-Check der Ampel-Regierung

Wir geben mit dieser Analyse einen Überblick über die Klimapolitik der Ampel-Regierung aus Klimagerechtigkeitsperspektive. Auch wenn diese ambitionierter ist als zuvor, bleibt es eine Politik im Normalbetrieb. Das reicht nicht, um die katastrophalen Folgen der Klimakrise in den Griff zu bekommen.

Unser Klimagerechtigkeits-Check zeigt nicht nur die vielfältigen Lücken und Fallstricke der ökologischen Modernisierung, wie sie die Ampel verfolgt, sondern auch, wo es offene Flanken, interne Uneinigkeit und umstrittene Politikbereiche gibt.

von Lasse Thiele, Ruth Krohn, Matthias Schmelzer;  Konzeptwerk Neue Ökonomie (Hrsg.), 2022

Cover der Wahlprogrammanalyse

Ist Klimagerechtigkeit wählbar?
Eine Wahlprogrammanalyse

Wir haben die Wahlprogramme der fünf großen demokratischen Parteien aus Klimagerechtigkeitsperspektive analysiert um festzustellen, inwiefern sie eine transformative, mit der 1,5°C-Grenze konforme Politik anstreben oder auf ein „Weiter so“ mit grünem Anstrich setzen.
Das Ergebnis zeigt: Klimagerechtigkeit ist nicht wählbar, Klimazerstörung hingegen schon!
Mit der Analyse möchten wir sichtbar machen, wo sich der unzureichende parteipolitische Mainstream-Diskurs derzeit befindet, relativ zu dem für Klimagerechtigkeit notwendigen. Und wir zeigen auf, welche Maßnahmen es zur Bewältigung der Klimakrise wirklich bräuchte.

von Kai Kuhnhenn, Matthias Schmelzer, Lasse Thiele; Konzeptwerk Neue Ökonomie (Hrsg.), 2021

A Societal Transformation Scenario for Staying Below 1.5°C

Das “Societal Transfomation Scenario” ist ein globales 1,5°C-Minderungsszenario, das die Vorstellung eines fortwährenden globalen Wirtschaftswachstums und seine Vereinbarkeit mit ehrgeizigen Klimazielen wie der 1,5°C-Grenze in Frage stellt. Es zeigt, wie wir durch eine Verringerung der Produktion und des Verbrauchs im globalen Norden unter 1,5°C bleiben können, ohne auf risikoreiche Technologien wie CCS, Geo-Engineering und Nukleartechnik zurückzugreifen und gleichzeitig ein Überschwingen der Temperatur zu vermeiden.

Von Kai Kuhnhenn, Luis Costa, Eva Mahnke, Linda Schneider and Steffen Lange (Autor*innen); Heinrich-Böll-Stiftung, Konzeptwerk Neue Ökonomie (Hrsg.), 2020

Solidarisch, klimagerecht & selbstbestimmt

Diese Broschüre ist ein utopischer Ausblick auf das Dorf Pödelwitz im Jahr 2025: Wie haben sich die Region und das Dorf seit der Rettung von Pödelwitz und der Einleitung des Kohleausstiegs entwickelt? Welche Prozesse hin zu einer sozialökologischen und gerechten Transformation sind im Rahmen des Strukturwandels im Gange? Welche klimapolitischen Weichen wurden gestellt und welche Maßnahmen zur Einhaltung der 1,5°C-Grenze des Pariser Klimaabkommens wurden umgesetzt? Wie geht es weiter?

Von Josephine Kellert, Ruth Krohn, Konzeptwerk Neue Ökonomie, 2020

Video: Mit grüner Marktwirtschaft das Klima retten?

Dieses Video würde durch die European Climate Foundation gefördert.

Bildungsmethoden zum Thema

Wir haben verschiedene Bildungsmethoden entwickelt, die auch für die Auseinandersetzung mit dem Thema Klimagerechtigkeit geeignet sind – passend für die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie für die Erwachsenenbildung. Alle Methoden stehen auf unserem Methodenportal endlich-wachstum.de zum kostenlosen Download bereit.

Die ökologischen Grenzen der Erde.

In Kleingruppen Bilder zuordnen.

Ein aktiver Vortrag.

Eine Talkshow zum Thema nachhaltiges Wachstum.

Kleine Alltagsgeschichte zu unserem Erdölkonsum.

Rebound-Effekte an Beispielen verstehen.