Degrowth / Postwachstum

Ökologisch nachhaltig und sozial gerecht leben und wirtschaften.

Wozu wirtschaften wir? Ist die Wirtschaft nicht dazu da, die grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen und allen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen? Stattdessen aber bringt unsere Art zu wirtschaften gegenwärtig Millionen Armut und Ausbeutung, während eine kleine globale Elite unglaublichen Reichtum anhäuft. Das schafft nicht nur Ungerechtigkeit und Ausgrenzung, sondern höhlt auch demokratische Strukturen aus. Gleichzeitig ist die Menschheit drauf und dran, die natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören. Mit technischen Lösungen lassen sich diese Schäden längst nicht mehr reparieren.

Das Problem ist: Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist auf Konkurrenz und Wachstum ausgerichtet. Unternehmen, die nicht wachsen, werden vom Markt verdrängt. Profite gelten daher mehr als Menschenrechte oder die Bewahrung der Umwelt.

Aber es geht auch anders. Dafür gibt es unzählige Ideen und gelebte Beispiele. Sie zeigen, wie wir unsere Wirtschaft und unser Zusammenleben Schritt für Schritt verändern können: Indem wir gemeinsam entscheiden, zusammenarbeiten und die Grenzen der Natur respektieren.

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Wider den Wachstumsfetisch

Nein, was wir aktuell sehen ist keine Postwachstumsgesellschaft. Denn eine Degrowth-Wirtschaft will ein gutes Leben für alle Menschen, ist krisenfest und ökologisch nachhaltig. Die aktuelle Situation ist eine kapitalistische Wirtschaftskrise. Sie verschärft Ungleichheiten und Ausgrenzung. Sie bedroht Millionen Menschen existentiell, weil die Sozialsysteme nicht vom Wachstum entkoppelt sind.

Dogma Wirtschaftswachstum

Nina Treu diskutiert bei exakt/FAKT – dem Nachrichtenmagazin vom MDR – mit Jens Günther vom Verband mittelständische Wirtschaft, warum das Dogma Wirtschaftswachstum kein Weg aus der aktuellen Krise sein kann. So lang unsere Wirtschaft auf Profit ausgerichtet ist, wird das Geld nie bei den Menschen ankommen. Doch der Wandel wird kommen. Die Frage ist, gestaltet wir ihn mit oder nicht.

Anders wirtschaften jetzt!

Corona- und Klimakrise machen die Absurdität des jetzigen Systems für viele offensichtlich. Diese Situation ist eine historische Chance für eine grundlegende Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie ermöglicht neu zu fragen, wie wir leben wollen. Gute Antworten sind da. Matthias Schmelzer hat dazu an einem Positionspapier vom Netzwerk Oekonomischer Wandel mitgewirkt.

Demokratie stärken

Fehlendes Vertrauen in politische Strukturen. Fehlende Motivation, Gesellschaft und Wirtschaft mitzugestalten. Mehr Zulauf zu rechtspopulistischen Parteien, die einfache Lösungen versprechen. Das kann und muss ich ändern. Basisdemokratie ist wichtig. Wenn mehr Köpfe mitdenken, kommt es zu ausgewogeneren Entscheidungen und besseren Ideen.

Wachstumslogik ablegen

Die Denk- und Wahrnehmungsmuster, die wir verinnerlicht haben prägen entscheidend unsere Lebensweise und die wiederum ist eng verknüpft mit sozialer Ungleichheit und ökologischen Krisen. Deshalb reicht es nicht aus, nur die äußeren Bedingungen zu ändern, wenn wir die Gesellschaft ökologischer und sozialer machen wollen. Wir brauchen auch einen tiefgreifenden kulturellen Wandel.

Zeitwohlstand schaffen

Was ist Wohlstand? Was nützt es, wenn wir über immer mehr Dinge verfügen, aber über immer weniger Zeit? Eine klare Definition für den Begriff “Zeitwohlstand” gibt es nicht. Ist Zeitwohlstand einfach der Zustand, mehr Zeit zu haben, als wir brauchen, um unsere Pflichten zu erledigen? Ist es die Freiheit, so zu leben, wie ich es will? Was braucht es, um Zeit so nutzen zu können, wie wir es sinnvoll finden?

Publikationen zum Thema

Degrowth/Postwachstum zur Einführung

Dieser Band macht erstmals den Versuch einer systematischen Einführung. Er diskutiert die Geschichte von Wachstum und Wirtschaftsstatistiken und rekonstruiert die zentralen Formen der Wachstumskritik: ökologische, soziale, kulturelle, Kapitalismus-, feministische, Industrialismus- sowie Süd-Nord-Kritik. Und er gibt einen Überblick zu den wichtigsten Vorschlägen, Konzepten und Praktiken, die er zugleich politisch einordnet.

Von Andrea Vetter und Matthias Schmelzer, Junius Verlag, Hamburg 2019

Degrowth in Bewegung(en)

Die hier versammelten 32 sozialen Bewegungen, alternativ-ökonomischen Strömungen und Initiativen suchen nach Alternativen zum herrschenden Wirtschaftsmodell. Sie fordern einen Paradigmenwechsel: weg vom Fokus auf Wettbewerb, Gewinnstreben, Ausbeutung und Wachstum – hin zu mehr Kooperation, Solidarität und einer Orientierung an konkreten Bedürfnissen. Es geht darum, die Bedingungen für ein gutes Leben für alle zu schaffen.

Von Corinna Burkhart, Matthias Schmelzer und Nina Treu, oekom verlag, München 2017

Kein Wachstum ist auch (k)eine Lösung

Das Ziel Wirtschaftswachstum scheint über Parteigrenzen hinweg Konsens zu sein. Aber immer mehr Wissenschaftler*innen, Organisationen und Aktivist*innen kritisieren eine Politik, die alles daransetzt, dass das BIP wächst. Sie plädieren stattdessen für eine positive Vision einer Gesellschaft jenseits des Wachstumsstrebens und setzen auf Postwachstum/Degrowth. Diese Broschüre widerlegt gängige Mythen rund um Wirtschaftswachstum und räumt mit Vorurteilen zu Postwachstum auf.

Von Max Frauenlob, Kai Kuhnhenn, Christopher Laumanns, Matthias Schmelzer, Nina Treu und Andrea Vetter, Rosa-Luxemburg-Stiftung 2017

Bildungsmethoden zum Thema

Rund um das Thema Wirtschaftswachstum haben wir verschiedene Bildungsmethoden erarbeitet – geeignet für die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie für die Erwachsenenbildung. Alle Methoden findet ihr auf unserem Methodenportal endlich-wachstum.de zum kostenlosen Download.

Ein Quiz zu Wirtschaftswachstum.

Ein Kartenspiel zum BIP.

Für & Wider von Wirtschaftswachstum.

Welchen Wachstumszwängen sind wir im Kapitalismus ausgesetzt und wie reproduzieren wir diese.

Eine Diskussion zu Wettbewerb und freien Märkten aufgrund persönlicher Erfahrungen.

Nach einem Brainstorming zu „Egoismus“ und „Kooperation“ kommt es zum philosophischen Gespräch.