Digitalisierung

Aneignung statt Anpassung.

Die permanente Vernetzung durch digitale Geräte und das riesige Angebot an Online-Diensten treibt unseren Energieverbrauch in die Höhe. Lieferdienste zeigen die Schattenseiten einer digitalisierten Arbeitswelt auf: ungeregelte, prekäre und überwachte Arbeitsverhältnisse. Großkonzerne wie Google, Facebook und Amazon speichern mehr Daten über uns als je zuvor und gehören mit diesem Geschäftsmodell zu den reichsten Unternehmen überhaupt. Das zeigt: die Digitalisierung, also die Durchdringung von immer mehr Lebensbereichen durch digitale Technik, wirft große Fragen auf. Dennoch wird sie viel zu häufig ausschließlich als eine Frage der Technik verhandelt. Schlauere Apps und immer energieeffizientere Geräte sollten angeblich alle Probleme lösen – bisher wurde dieses Versprechen aber nie eingelöst.

Daher ist es notwendig, sich aus einer sozial-ökologischen Perspektive mit Digitalisierung auseinanderzusetzen. Eine profitorientierte Entwicklung von digitalen Geräten und Software, die ungefragt Daten sammelt und soziale und ökologische Ungerechtigkeiten verschärft, ermöglicht kein gutes Leben für alle. Wie könnte stattdessen eine demokratisch gestaltete digitale Technik aussehen, die Menschen befähigt, Software und Daten selbstbestimmt zu verwenden, und in der technische Geräte reparierbar und langlebig sind?

In unserer Arbeit geht es nicht nur um einen spezifischen Themenstrang wie Datenschutz, Automatisierung oder Ökologie: wir wollen stattdessen eine umfassende Perspektive auf Digitalisierung entwickeln und digitale Technik zu einem festen Bestandteil der Debatten um eine sozial-ökologische Transformation machen.

Was Bits und Bäume verbindet

Die Konferenz „Bits & Bäume“ (2018 in Berlin) bot das bis dato größte Debattenforum für Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Über 50 Autor*innen aus Tech-Szene, Nachhaltigkeitsbewegung und Entwicklungszusammenarbeit zeigen in diesem Buch zur Konferenz, wie die Digitalisierung und sozial-ökologischer Wandel zusammengehen können.

Anstehende Veranstaltungen

Was sind Auswirkungen unseres Digitalkonsums? Was sind Risiken und Potenziale eines digitalisierten Wirtschaftssystems? Welche Digitalisierung wollen wir?

Eine zukunftsfähige Digitalisierung muss sich weniger an Interessen einzelner Wirtschaftsakteure, sondern am Gemeinwohl orientieren. Bei unseren Veranstaltungen geben wir Denk- und Handlungsanstöße, wie die Digitalisierung die Welt besser machen kann.

Bits & Bäume Forderungen

Zehn Organisationen aus der Netz-, Umwelt- und Entwicklungspolitik, haben mit der Konferenz „Bits & Bäume“ eine gemeinsame Grundlage dafür geschaffen, wie die Digitalisierung so gestaltet werden kann, dass sie dem Gemeinwohl und Frieden dient, Datenschutz ernst nimmt und soziale und ökologische Ziele gleichermaßen fördert.

Hier könnt ihr die 10 Forderungen ansehen und mitzeichnen.

Vorträge vom CCCamp 2019

In dem Vortrag „Sozial-ökologische Dimensionen von Digitalisierung“ gibt Anja Höfner einen Überblick über die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Digitalisierung von Dienstleistungen oder Prozessen und der steigenden Vernetzung von elektronischen Geräten.

In dem Vortrag „Konviviale Software vor und jenseits des digitalen Kapitalismus“ geht Nicolas Guenot der Frage nach, welche Aspekte der Geschichte des digitalen Wandels mit der Bestrebung nach einer sozial-ökologischen Gestaltung von Technik zu tun haben.

Referent*in gesucht?

Fragen Sie uns an, wenn Sie eine Veranstaltung zum Thema planen.