Digitalisierung

Aneignung statt Anpassung.

Die permanente Vernetzung durch digitale Geräte und das riesige Angebot an Online-Diensten treibt unseren Energieverbrauch in die Höhe. Lieferdienste zeigen die Schattenseiten einer digitalisierten Arbeitswelt auf: ungeregelte, prekäre und überwachte Arbeitsverhältnisse. Großkonzerne wie Google, Facebook und Amazon speichern mehr Daten über uns als je zuvor und gehören mit diesem Geschäftsmodell zu den reichsten Unternehmen überhaupt. Das zeigt: die Digitalisierung, also die Durchdringung von immer mehr Lebensbereichen durch digitale Technik, wirft große Fragen auf. Dennoch wird sie viel zu häufig ausschließlich als eine Frage der Technik verhandelt. Schlauere Apps und immer energieeffizientere Geräte sollten angeblich alle Probleme lösen – bisher wurde dieses Versprechen aber nie eingelöst.

Daher ist es notwendig, sich aus einer sozial-ökologischen Perspektive mit Digitalisierung auseinanderzusetzen. Eine profitorientierte Entwicklung von digitalen Geräten und Software, die ungefragt Daten sammelt und soziale und ökologische Ungerechtigkeiten verschärft, ermöglicht kein gutes Leben für alle. Wie könnte stattdessen eine demokratisch gestaltete digitale Technik aussehen, die Menschen befähigt, Software und Daten selbstbestimmt zu verwenden, und in der technische Geräte reparierbar und langlebig sind?

In unserer Arbeit geht es nicht nur um einen spezifischen Themenstrang wie Datenschutz, Automatisierung oder Ökologie: wir wollen stattdessen eine umfassende Perspektive auf Digitalisierung entwickeln und digitale Technik zu einem festen Bestandteil der Debatten um eine sozial-ökologische Transformation machen.

Referent*in gesucht?

TRAGT UNS MIT!

2020 brauchen wir 50 neue Förder*innen, die uns finanziell mittragen. Unterstützt das Konzeptwerk mit einer regelmäßigen Spende! Eure Förderung ist steuerlich absetzbar.

Digital und nachhaltig?

Momentan finden viele Teamtreffen als Online-Meetings und Veranstaltungen in Webinaren statt. Einerseits bringt das viel Flexibilität und ermöglicht eine Teilnahme bzw. Arbeit von zu Hause. Aber auch das Internet verbraucht Ressourcen. Und das nicht zu knapp.

In unseren Veranstaltungen geht es unter anderem über diese Zusammenhänge von Digitalisierung und Ressourcenverbrauch.

Mit Degrowth zu einer sozial-ökologischen Digitalisierung

Um eine breite gesellschaftliche Debatte über die ökologischen und sozialen Folgen technischer Neuerung führen zu können, brauchen wir nachhaltige und demokratische digitale Bildung.

Die Voraussetzungen dafür haben wir in einem Artikel für die Bundeszentrale für politische Bildung zusammengfasst.

Bits & Bäume Forderungen

Zehn Organisationen aus der Netz-, Umwelt- und Entwicklungspolitik, haben mit der Konferenz „Bits & Bäume“ eine gemeinsame Grundlage dafür geschaffen, wie die Digitalisierung so gestaltet werden kann, dass sie dem Gemeinwohl und Frieden dient, Datenschutz ernst nimmt und soziale und ökologische Ziele gleichermaßen fördert.

Publikation zum Thema

Was Bits und Bäume verbindet

Über 50 Autor*innen aus Tech-Szene, Nachhaltigkeitsbewegung und Entwicklungszusammenarbeit zeigen in diesem Buch zur Konferenz “Bits & Bäume” (2018 in Berlin), wie die Digitalisierung und sozial-ökologischer Wandel zusammengehen können. Die Beiträge beleuchten die Auswirkungen unseres Digitalkonsums im Globalen Süden, den nachhaltigen Umgang mit Daten oder die Risiken und Potenziale eines digitalisierten Wirtschaftssystems. Im Mittelpunkt steht dabei stets die drängende Frage: Welche Digitalisierung wollen wir? Die verschiedenen Antworten auf diese Frage machen deutlich: Eine zukunftsfähige Digitalisierung muss sich weniger an Interessen einzelner Wirtschaftsakteure, sondern am Gemeinwohl orientieren. Ausgewählte Beiträge der “Bits & Bäume” sowie zahlreiche Infografiken und Porträts geben Denk- und Handlungsanstöße, wie die Digitalisierung die Welt besser machen kann.

Von Anja Höfner und Vivian Frick (Hrsg.), oekom Verlag, München 2019

Vorträge vom CCCamp 2019

In dem Vortrag “Sozial-ökologische Dimensionen von Digitalisierung” gibt Anja Höfner einen Überblick über die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Digitalisierung von Dienstleistungen oder Prozessen und der steigenden Vernetzung von elektronischen Geräten.

In dem Vortrag “Konviviale Software vor und jenseits des digitalen Kapitalismus” geht Nicolas Guenot der Frage nach, welche Aspekte der Geschichte des digitalen Wandels mit der Bestrebung nach einer sozial-ökologischen Gestaltung von Technik zu tun haben.