Foto: Tim Wagner

Die Suche beginnt

25. April 2019

 

„Es ist leichter sich das Ende der Welt vorzustellen, als das Ende des Kapitalismus“ heißt es immer wieder. Und das trifft einen Nerv. Denn auch wenn immer mehr Menschen den Kapitalismus als Ursache und nicht als Lösung der großen Krisen des 21. Jahrhunderts erkennen, scheint die Frage nach Alternativen ohne Antwort. Das Gesellschaftssystem zerstört unsere Zukunft, heißt es bei Fridays for Future, es setzt Profite über Menschen, heißt es bei Kampagnen für die Enteignung von Deutsche Wohnen und Co, oder es gefährdet gar das Überleben, so Extinction Rebellion. Aber wie könnte eine Zukunft für alle aussehen? In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Und wie könnte diese funktionieren und umgesetzt werden?

Es ist Zeit, eine positive Vision zu entwickeln. Also wagen wir es und begeben uns auf die Suche nach einer Zukunft für alle, die gerecht, ökologisch und machbar ist. Mit dem Format der „Zukunftswerkstätten“ wollen wir gemeinsam mit Vordenker*innen eine Zukunft für die nächsten 30 Jahre entwerfen. Wie wollen wir 2048 leben und wie kommen wir dahin?

Es geht um Arbeit, Sorge-Arbeit, Arbeit mit Menschen, Arbeit mit Pflanzen, Pflanzen für auf den Teller. Es geht um Wohnen, Wohnen als Recht für alle, um Infrastruktur und um Mobilität, Energie für Mobilität und überhaupt Energie. Es geht wie immer auch ums Geld, um die Finanzwelt, es geht um Unternehmen, Handel. Es geht aber auch um Bildung, Digitalisierung, Migration und Bewegungsfreiheit. Es geht um eine Utopie, die Alternativen aufzeigt. Dabei wollen wir keinen Masterplan für die Zukunft entwerfen, sondern eine demokratische Suche nach einer Zukunft für uns alle anregen.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteur*innen, wie z.B dem Netzwerk Care Revolution, der Recht auf Stadt-Bewegung, attac und afrique europe interact, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen planen wir dieses Jahr 13 Zukunftswerkstätten. Im Anschluss führen wir die entstandenen Utopien zusammen und veröffentlichen sie, um sie dann auf einem für Kongress 2020 zu diskutieren.

Unsere Vision muss folgenden Anforderungen gerecht werden:

  • Wir wollen, dass alle Menschen an den Entscheidungen mitwirken können, die ihr Leben betreffen.
  • Wir wollen eine diskriminierungsfreie Gesellschaft, das heißt gleiche Rechte für alle.
  • Wir wollen umfassende soziale Gerechtigkeit, das heißt gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe für alle.
  • Um die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig und für alle Lebewesen zu erhalten, wollen wir eine sozial-ökologische Transformation aller Gesellschaftsbereiche.
  • Wir wollen eine Gesellschaft, die Menschen ermöglicht, ein selbstbestimmtes, lebenswertes, freudvolles und gutes Leben zu führen.

Es geht darum eine neue Geschichte anzufangen, Bilder einer Zukunft zu schaffen, die wir noch nicht kennen damit wir später einmal sagen: „Es ist leichter sich die Welt besser für alle vorzustellen, als dass alles bleibt wie es ist.“

Neugierig? Zwischenergebnisse der Zukunftswerkstätten könnt ihr in unserem Newsletter oder hier auf dem Blog verfolgen.

Ein Projekt von Anne Pinnow, Nina Treu, Kai Kuhnhenn, Matthias Schmelzer und Mona Hofmann