Sorgearbeit im Zentrum der Wirtschaft

Mit dieser Blogserie wollen wir deutschsprachige und internationale Diskussionen vorstellen, die sich damit beschäftigen, wie Sorgearbeit, ökologische und soziale Gerechtigkeit und unser wachstumsbasiertes Wirtschaftsystem zusammen hängen. Dafür wählen wir verschiedene Formate: wir stellen Videos vor, Ton-Mitschnitte aus Konferenzen, Podcasts und Texte. Wir bieten damit einen Wegweiser über bisher gedachte Themenfedler, und laden dazu ein, darüber hinauszudenken.

Warum Care und Degrowth zusammen gehören

Wir sitzen gemeinsam in einem großen Zelt, etwa 20 Frauen*, die meisten weiß, viele unter 30 Jahre alt. Wir schwitzen in der heißen Augustsonne, die nur mäßig von den Zeltplanen abgehalten wird. Von fern dringt das Geräusch der Kohlebagger zu uns, monoton knatternd. Mia Smettan, die Workshop-Leiterin, lädt uns ein, in der nächsten Stunde über unsere Care-Biographien zu sprechen.

Wie steht es um die Care Revolution?

Wie sähe eine Gesellschaft aus, in der Sorgearbeiten im Zentrum des Wirtschaftens stehen? Das ist die Grundfrage des Netzwerk Care Revolution. Über 80 Gruppen und zahlreiche Einzelpersonen sind seit 2014 im Netzwerk organisiert. Ortsgruppen hier und anderswo setzen sich vor Ort für eine sofortige Verbesserung der Bedingungen in der Sorgearbeit ein.

Ökofeministische Kritik von „Entwicklung“

Ein Gespräch zwischen der Ökofeministin Ariel Salleh (Australien), und dem Aktivisten für Radical Ecological Democracy, Ashish Kothari (Indien) über die Notwendigkeit, Geschlechtergerechtigkeit als Grundlage für eine andere Entwicklungspolitik und eine sozial und ökologisch gerechte globale Wirtschaft zu sehen.

Das Ganze der Ökonomie

Die Politikwissenschaftlerin Uta von Winterfeld, die Soziologin Christa Wichterich und die Ökonomin Adelheid Biesecker machen deutlich, warum Wohlstand und Wachstum seit Beginn der Moderne auf einer hierarchischen Geschlechtertrennung basieren, die bis heute auch die Grundlage der Wirtschaftswissenschaften bilden.

[ Foto von Peter van Agtmael ]

Queer ackern ‒ Eine queer-feministische Perspektive auf Ernährungssouveränität

Die internationale Bewegung für Ernährungssouveränität Nyéléni steht für einen alternativen Ansatz von „Entwicklung“ – sowohl im Globalen Süden als auch im Norden. Die Gärtnerin und La Via Campesina-Aktivistin Paula Gioia und die Agrarwissenschaftlerin Sophie von Redecker stellen die Frage, welche Rolle Queer-Feminismus in der Bewegung spielt und spielen sollte.